Autogeschichte - 50 Jahre Jaguar E-Type

 
 

 

 


Kunst auf Rädern
Wenige Automodelle feiern ihren 50. Geburtstag im grossen Stil. Der Jaguar E-Type ist ein solcher Fall. Eine Ode auf das vielleicht schönste Auto aller Zeiten.
22.03.2011 Stefan Luginbühl

Jaguar E-Type
Wie alles begann: Der E-Type an seiner Weltpremiere am Autosalon Genf 1961.
Steve McQueen besass einen. Brigitte Bardot und Salvador Dalì ebenfalls. Die Rede ist vom Jaguar E-Type. Neben dem Mini konnte kaum ein Automodell den Geist der „Swinging Sixties“ so gut einfangen. Sogar Enzo Ferrari sprach vom „schönsten Auto der Welt“ – ein automobiler Ritterschlag.

1996 wurde der Jaguar E-Type auch von quasi höchster Stelle als Kunstwerk anerkannt: Seitdem ziert ein stahlblauer Roadster als eines von ganz wenigen Automobilen die Dauer-Ausstellung des berühmten New Yorker Museum of Modern Art.

Liebe auf den ersten Blick
Der Hauptgrund für die Popularität des E-Type ist ganz klar sein Design. Das bezeugt auch folgende Anekdote: Bei der offiziellen Präsentation des Roadsters in New York im April 1961 waren schon eine halbe Stunde nach Öffnen der Messetore sechs Exemplare verkauft. Das nennt man Liebe auf den ersten Blick.

Jaguar E-Type
Markenzeichen: Die sichelförmigen Chromleisten.
Und wer kann es den Käufern schon verdenken? Diese langgezogene Motorhaube mit den schicken Rundleuchten. Diese elegante Kurve der hinteren Kotflügel. Das kurze Stummelheck. Sogar die sichelförmigen Stossdämpfer passen einfach perfekt ins Gesamtbild. Der E-Type ist – so abgedroschen die Phrase klingt – Kunst auf Rädern.

Bei vielen schönen Autos ist es die Umgebung, die ihnen das gewisse Etwas gibt. Zum Beispiel der Ford Mustang: Auf einem Highway in der Wüste wirkt er in seinem Element. Im Zürcher Stadtverkehr ist er dagegen eher fehl am Platz. Beim E-Type ist dieser Aspekt völlig egal. Er passt genauso vor ein britisches Landhaus wie auf einen Bahnübergang in Nevada.

Unterschätzte Technik
Für das Design des Jaguar E-Type war mit Malcolm Sayer ein Luftfahrtingenieur verantwortlich, der seine aerodynamische Expertise schon zuvor bei den Le Mans-Siegerwagen C- und D-Type hatte einfließen lassen. Dass er für den E-Type auch einige technische Geistesblitze hatte, wird häufig vergessen. Radikal neu war zum Beispiel die hintere Einzelradaufhängung - mit je einem Längslenker und zwei Federbeinpaketen pro Seite sowie als obere Querlenker fungierende Antriebswellen.

Jaguar E-Type
Schick: Straight-Six-Motor der ersten Generation.
Für den Antrieb war ein unter der endlos langen Motorhaube installierter Sechszylinder-Motor verantwortlich. Er holte aus 3,8 Litern Hubraum 265 PS Leistung. Gefüttert wurde er von drei Vergasern, ein Vierganggetriebe leitete die Kraft auf die Hinterachse. Über die Jahre hat Jaguar den E-Type stetig weiterentwickelt. Der ab 1968 verkaufte Mark II - die englische Bezeichnung für „2. Generation“ – erhielt dabei vor allem einen optischen Feinschliff. Den finalen E-Type Mark III gab es ab 1971 schliesslich auch mit einem massiven V12-Motor und 276 PS.

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Beliebter Oldtimer
Jaguar E-Type
Auch heute noch gilt: Der E-Type passt in jede Gegend.
Heutzutage ist der E-Type ein beliebtes Oldtimer-Fahrzeug. Die Preise variieren allerdings je nach Modell und Generation. Neben den Cabrios und Roadstern der ersten Generation erzielen die V12-Modelle bei Auktionen die höchsten Preise. Am günstigsten sind dagegen die 2+2-Coupés der Generationen II und III.

Als Faustregel gilt zudem laut Jaguar: Roadster sind um die Hälfte teurer als Coupés, und ein E-Type mit abgedeckten Scheinwerfern genießt in jedem Fall mehr Ehrfurcht als einer mit freistehenden. Aber ganz ehrlich: Ein E-Type ist heute zwischen all den Plastikautos in jedem Fall ein toller Anblick.

» Jaguar E-Type Occasionen auf AutoScout24

PS: Eine schwedische Designfirma will übrigens eine Kleinserie der "Growler E concept" genannten E-Type-Hommage bauen. Basis ist der aktuelle Jaguar XKR. Der Preis? Rund eine Million US-Dollar.


Kommentare (6)


Ulrich (19.11.2012 11:05:52)
Hihi, Chromleisten als Stoßdämpfer?
Pre Production (28.03.2011 12:38:38)
Wahrlich faszinierende Fahrzeuge von aussen wie innen. Allerdings hatte ich als ehemaliger E-Type Fahrer (12 Zyl.) schon so einige unliebsame Abenteuer. Deshalb können diese Fahrzeuge nur in einem top restaurierten Zustand genossen werden. Dann bereiten sie grossen Spass und man fühlt sich besser als Jerry Cotton.
Olrik (24.03.2011 00:12:10)
Wunderbares Fahrzeug! Wenn ein englischer Klassiker, dann gehört dieser auf alle Fälle in die Garage!
spb (23.03.2011 19:39:42)
The E-Type is the start attraction in Morges 1st October 2011......
http://www.british-cars.ch
cu (22.03.2011 19:27:37)
Fantastisches Fahrzeug mit viel Stil und Eleganz. Etwas vom Schönsten auf vier Rädern. In den Sechzigern konnte man es sich auch schon gut gehen lassen..
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