AUDI A1 - Vier gewinnt?

Neuer Anlauf für den A1: Der kleinste Audi im Programm soll mit zwei zusätzlichen Türen und besserer Effizienz den endgültigen Durchbruch schaffen.


Audi A1 Neuwagen
Audi A1 Occasionen

lm Herbst 2010 wurde der 3,95 Meter kurze Audi A1 eingeführt. Als Lifestyle-Kleinwagen für junge Städter mit Premiumbudget. Obwohl man den A1 noch selten auf der Strasse sieht, sprechen die Verkaufszahlen eine deutliche Sprache: Bis Ende 2011 fanden mehr als 118000 Exemplare den Weg auf die Strasse, davon 2890 in der Schweiz.

Das ist nicht schlecht, aber weit entfernt von den 5000 Mini-Modellen in derselben Zeit, die als direkte Wettbewerber gelten. Für den fünftürigen Sportback prognostiziert die Audi-Importeurin AMAG ab Start im April offensive 1700 Stück für 2012. Dazu sollen sich noch 500 Dreitürer gesellen.

Fünf > Drei

Der Optimismus ist berechtigt. Nach den ersten Fahrten im Sportback darf man sagen, dass der Kleine mit den Hecktüren die bessere A1-Wahl ist - der Fünftürer ist praktikabler.

Hinten lässt es sich eine Idee bequemer sitzen und dank eigener Türen kommod zusteigen. Das Fixieren von Kleinkindern im Kindersitz ist ohne Mühe zu bewerkstelligen, und auch wenn der Sportback standardmässig ein Vierplätzer ist, lässt sich ohne Aufpreis ein dritter Sitz auf der Rückbank einrichten.

Das eigentliche Plus des Fünftürers sind die kürzeren Vordertüren, die bei schmalen Parklücken weniger sperrig sind als die längeren der «Coupé»-Version. Ein nicht zu unterschätzender Vorteil für ein Fahrzeug, das primär für das Stadtrevier konzipiert ist.

Zwei + Zwei

Auf der Motorenseite hat Audi beim A1-Angebot einen weiteren Schritt in Richtung Effizienz gemacht. Der neue 1.4 TFSI mit 140 PS lässt etwa die Abschaltung von zwei Zylindern zu. So rollt der A1 in Perioden ohne Leistungsdruck auf bloss zwei Töpfen und spart damit Sprit. Tritt man aufs Gaspedal, wird er wieder zum Vierzylinder, ohne Kraftmangel durch höhere Drehzahl kompensieren zu müssen.

Damit zeigt Audi dem zweizylindrigen Fiat Twinair dank dynamischem Downsizing die lange Nase. Mit Zylinderabschaltung soll der A1 Sportback nicht mehr als 4,7 Liter Super schlucken - das sind 0,6 Liter weniger als beim TFSI-Bestseller mit 122 PS, bei fünfzehn Prozent mehr Leistung. Das neue Triebwerk mit «Leistung auf Verlangen» ist aber erst ab Herbst zu haben.

Wer nicht warten kann oder noch mehr «Pfupf» braucht, kann zum neuen, 185 PS starken Topbenziner greifen: ebenfalls ein 1.4 TFSI, jedoch mit zweistufiger Aufladung.

Der Preis ist heiss? Leider nein.

Warum zögern beim Kauf eines Audi A1 Sportback? Der Schuh drückt beim Endpreis: 26'250 Franken für einen Kleinwagen mit 1,2-Liter-Basismotorisierung sind kein Pappenstiel. Für den Preis gibt es bereits einen grossen VW Golf.

Hinzu kommt die lange Liste schöner, aber kostspieliger Optionen. Zwar hat man mit dem A1 urbane Doppelverdiener mit Kind im Blick. Aber Stadtbewohner denken beim Autokauf immer öfter rational statt emotional. Das könnte den zweiten Start des A1 dann doch etwas einbremsen.

Das Fazit? Mit zwei Türen mehr wird aus dem Audi A1 ein praktischer Kleinwagen mit Premium-Anspruch. Und ab Sommer/Herbst gibt es noch einen Vorsprung durch Technik: wenn der starke Diesel und der Benziner mit Zylinderabschaltung verfügbar sind. Vielleicht rückt er damit dem Mini stärker

630 / 630 1

Diskutieren Sie mit