Autoaufbereitung: Aufwerten wie ein Profi

Das Auge isst nicht nur, sondern kauft auch mit. Wenn Sie Ihren Gebrauchtwagen zu einem guten Preis verkaufen möchten, muss er tip top aussehen. Da lohnt sich eine Autoaufbereitung. Wir zeigen Ihnen, was Sie selbst machen können und was besser der Fachmann übernimmt.

Grundsätzlich haben Sie für die Fahrzeugaufbereitung zwei Möglichkeiten: Entweder Sie lassen Ihr Auto komplett von einer Kfz-Werkstatt professionell aufwerten – Sie brauchen sich um nichts zu kümmern und bekommen ein Top-Ergebnis, müssen aber Geld investieren. Oder Sie machen so viel wie möglich selbst. Unser Profi-Tipp: Reinigen Sie den Gebrauchtwagen ordentlich und bereiten Sie das Auto sorgfältig auf die Besichtigung vor, aber übertreiben Sie nicht! Zuviel des Guten kann Misstrauen wecken und den Eindruck vermitteln, dass Sie etwas zu verbergen haben.

Möglichkeit 1 „Kfz-Werkstatt“: professionelle Autoaufbereitung

Bei einer professionellen Fahrzeugaufbereitung reinigen die Werkstatt-Mitarbeiter Ihr Fahrzeug gründlich innen und aussen und entfernen unangenehme Gerüche. Die Fachleute reinigen auch den Unterboden oder den Motor. Kleinere Mängel und Schrammen an Lack, Blech, Polstern, Scheiben oder Kunststoffteilen beseitigen sie. 

Die Preise für eine komplette Autoaufbereitung unterscheiden sich stark. Sie hängen vor allem davon ab, ob sie das Auto in Zürich, Bern oder Basel in die Werkstatt bringen. Viele zertifizierte Fahrzeugaufbereiter bündeln ihre Leistungen in Paketen und bieten zusätzliche wählbare Leistungen an. Die Kosten liegen zwischen 50 und 500 Franken. Fragen Sie am besten bei Ihrer Werkstatt nach, wie viel die verschiedenen Teilbereiche der Reinigung kosten. Wenn Sie zum Beispiel nur den Innenraum und den Motor reinigen lassen, sind Sie schon mit einem Preis ab 150 Franken dabei.

Möglichkeit 2 “Do-it-yourself“: Auto selber aufbereiten

Fahrzeugaufbereitung aussen: alles rund ums Autowaschen

Reinigen Sie Ihr Auto gründlich, bevor Sie es als Gebrauchtwagen inserieren. Wenn Sie nicht per Hand waschen und polieren wollen, fahren Sie durch die Waschstrasse. Am besten wählen Sie ein Programm mit Unterbodenwäsche und anschliessender Politur für einen gepflegten Lack. 

Steht Ihr Auto oft im Freien, sammeln sich hartnäckige Verschmutzungen wie Baumharz oder Blütenstaub auf Lack und Fenstern an. Behandeln Sie Ihr Auto deshalb vorab mit speziellen Reinigern wie Autoshampoo oder Reinigungsknete. Auch die Felgen sind Dreckfänger. Eingebrannten Bremsstaub, Teer und Strassendreck beseitigen Sie am besten mit einem speziellen Felgenreiniger. 

Lackaufbereitung: kleine Lackschäden ausbessern

Haben Sie im Lack Ihres Autos kleine Kratzer oder Dellen, können Sie diese relativ einfach selbst ausbessern. Oberflächliche Kratzer entfernen Sie mit herkömmlicher Autopolitur: einfach die Lackstelle reinigen und die Politur gleichmässig und nicht zu dick auftragen. Trocknen lassen. Fertig. 

Für etwas tiefere Lackschäden finden Sie im Fachhandel günstige Autopflege-Sets bzw. Lackstifte. Achten Sie darauf, dass der Lackstift den gleichen Farbton wie Ihr Auto hat. Probieren Sie am besten vorab an einer unauffälligen Stelle aus, ob die Farbe wirklich – auch nach dem Trocknen – passt.

Hat Ihr Auto grössere Kratzer oder tiefe Dellen, lassen Sie die Lackschäden in einer Kfz-Werkstatt reparieren. Wollen Sie ein schnelles und günstiges Ergebnis, dann entscheiden Sie sich für eine sogenannte Smart Repair oder Spot Repair. Smart steht für small middle area repair technologies und meint Reparaturtechniken für kleine bis mittelgrosse Bereiche. Beispiele sind Techniken, die den Lack schonend ausbeulen oder punktuelle Reparaturen am Lack (Spot-Repair). Die Kosten für diesen kleinen Reparatur-Check fragen Sie am besten bei der Werkstatt an.  

Autoaufbereitung innen: Polster und Scheiben

Bevor Sie Staubsaugerrohr, Sprühflasche und Lappen in die Hand nehmen: Räumen Sie Ihr Auto komplett aus. Alle Ablagen und Fächer sollten leer sein. Nehmen Sie auch die Kofferraum- und Fussraum-Matten heraus. Klopfen Sie sie gründlich aus und säubern Sie sie mit Teppichreiniger aus dem Baumarkt. Danach konzentrieren Sie sich auf die eigentliche Reinigung des Innenraums.

Saugen Sie den kompletten Innenraum aus. Verwenden Sie für die Ritzen und Spalten den langen, schmalen Aufsatz und für die Polster den Bürstenaufsatz. Tipp: Wenn Sie Tiere im Auto transportiert hatten, säubern Sie Sitze und Kofferraum zusätzlich mit einer Fusselrolle. 

Flecken auf den Sitzpolstern behandeln Sie am besten mit handelsüblichem Polsterschaum. Einfach aufsprühen, verreiben und nach der Einwirkzeit absaugen. Ledersitze benötigen eine spezielle Pflege, die sich von Modell zu Modell unterscheidet: Lesen Sie im Benutzerhandbuch nach, wie Sie diese am besten reinigen.

Autofenster und Armaturen reinigen

Die Seitenfenster und die Front- und Heckscheibe reinigen Sie mit einem herkömmlichen Haushaltsglasreiniger und einem Mikrofasertuch. Wenn Sie damit nicht weiterkommen, holen Sie sich an der Tankstelle oder in der Kfz-Werkstatt einen speziellen Autoglas-Reiniger. Passen Sie aber auf: Das aggressive Reinigungsmittel kann die Farbe der Armaturen oder des Cockpits ausbleichen. 

Für die Kunststoffbereiche gibt es spezielles Cockpit-Spray. Meistens reichen aber ein feuchtes Tuch und ein wenig Spülmittel aus, um die Armaturen zu säubern. Ein besonderes Kunststoff-Pflegemittel als Finish lässt alle Flächen wie neu erstrahlen. Für die Lüftungsschlitze und schwer zugängliche Ecken benutzen Sie einen Pinsel oder Mikrofaser-Staubwedel.

Wichtig: Lüften Sie den Innenraum nach der Reinigung, damit alle Polster und Ablagen gut trocknen. 

Gerüche beseitigen

Viele Menschen essen oder rauchen in ihrem Auto – oder transportieren Haustiere. Dadurch nimmt der Innenraum im Laufe der Zeit Gerüche an. Wenn Sie alles gründlich gereinigt haben, riecht das Interieur bereits besser. Manche Düfte sitzen jedoch tiefer. Probieren Sie gemahlenen Kaffee oder Essig: einfach über Nacht in einem offenen Behälter im Auto stehen lassen. Beide Hausmittel binden Gerüche und tragen so zu einem frischeren Ambiente in Ihrem Auto bei. Wenn das nichts hilft, können Sie in der Kfz-Werkstatt eine professionelle Geruchsneutralisierung durchführen lassen.

Fahrzeugaufbereitung: viel selbst machen lohnt sich

Sie können mit einer Autoaufbereitung den Wert Ihres Gebrauchtwagens deutlich steigern. Denn: Was gut aussieht, verkauft sich besser. Der Zeitaufwand für die Reinigung von eigener Hand hält sich dabei mit vier bis fünf Stunden in Grenzen und Sie sparen Kosten. Bei gröberen Verschmutzungen oder Schäden sollten Sie sich an eine Kfz-Werkstatt wenden. Der nächste Schritt zu einem möglichst lukrativen Gebrauchtwagenverkauf: das perfekte Inserat.

Haben Sie an alles gedacht? Mit dieser Checkliste werten Sie Ihren Gebrauchtwagen auf.

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