BMW 3 SERIES - Mehr als Mittel-Klasse

Mit mehr Platz, neuen Assistenzsystemen und zahlreichen digitalen Services kann die neue Generation der BMW 3er-Limousine überzeugen. Aber noch mehr mit ihrem flinken Fahrverhalten.

Zahlen zum BMW 330i

  • Motor: 2,0-R4-Turbobenziner (258 PS, 400 NM bei 1550–4400 U./Min.)

  • Antrieb: Hinterrad

  • Getriebe: 8-Stufen-Automatikgetriebe

  • Fahrleistungen: 0-100 km/h 5,8 s, Spitze 250 km/h

  • Masse: Testgewicht 1545 kg, Kofferraum 480 Liter

  • Preis: ab 56'800 Franken

  • Konkurrenz: Audi A4, Infiniti Q50, Jaguar XE, Mercedes C-Klasse, u.a.

  • Stand: 04.01.2019

Wem die BMW 3er Limousine gefällt

Denen, die weder Kinderbuggies noch Bernhardiner herumkutschieren müssen. Denen, die statt automobiler Beliebigkeit ihrem Wagen ansehen wollen, zu was er taugt. Denen, die die Strasse spüren möchten, statt bloss über ihr zu thronen. Ebenfalls ein Like-Faktor: Wenn man in den 1970ern auf dem Rücksitz eines BMW 02 aufgewachsen ist. Die neue siebte Generation von BMWs Mittelklässler passt, wenn es nicht egal ist, was man fährt.

Längst mehr als Mittelklasse

Schlank schaut er aus, der neue 3er, dabei wächst er über sich hinaus – also, über seinen Vorgänger: Fast neun Zentimeter mehr Gesamtlänge und über eineinhalb mehr Breite sorgen auch innen für spürbar mehr Raum. Weil aber das Dach quasi auf gleicher Höhe bleibt, strecken sich die Proportionen. So erwachsen, beinahe 5er-haft, sah BMWs Mittelklasse noch nie aus. Gut die Hälfte, rund vier Zentimeter, des Längenzuwachses kommen in Form von mehr Radstand vor allem den Passagierknien im Fond zugute. Spüren kann man die neue Grösse auch – weil mehr Breite auch deutliche Spurverbreiterungen vorn und hinten ermöglichst. Das macht sich bei Fahrstabilität und Geradeauslauf bemerkbar.

Fittes Fahrwerk

Überhaupt: Auch wenn Digital Natives genauso viel bei der Fahrzeugentwicklung mitreden wie Fahrwerkstechniker alter Schule, rückt beim neuen 3er vor allem die Fahrdynamik in den Fokus. Rund 55 Kilogramm leichter als der Vorgänger, liess sich das Gewicht  ausgeglichen auf beide Achsen verteilen. Hinzu kommt eine steifere Karosserie, die für eine direkte Verbindung zwischen Lenkung und Fahrzeug sorgt – Einlenkverhalten und Rückmeldung würden manchem Sportwagen gut stehen. Stossdämpfer mit innovativen Begrenzern verhindern Aufschaukeln auf Temposchwellen – so liess sich das gesamte Fahrwerk straffer abstimmen als beim Vorgänger. Komfort-Minus? Eigentlich nicht, auch wenn es mancher so empfinden könnte.

Plug-in-Hybrid kommt später

Der Antrieb erfolgt traditionell auf die Hinterachse oder bei manchen Motorisierungen optional auf alle Viere. Vierzylinder dominieren zum Marktstart im März, darunter ein 258-PS-Benziner und ein 190-PS-Diesel; dazu kommt ein Reihensechser-Diesel mit 265 PS. Später folgen ein kleiner Benziner mit 184 und sein Sechszylinder-Bruder mit 374 PS, sowie ein Plug-in-Hybrid mit 252 PS und bis zu 60 Kilometern rein elektrischer Reichweite. Wer an den Kindheitserinnerungen im 02er hängt, dürfte die Handschalter vermissen – die gibts nur im kleinen Diesel. Die sonst serienmässige Achtstufen-Automatik schaut dafür auf die Navikarte und plant Schaltpunkte schon bevor die zugehörigen Kurven in Sicht kommen.

Was uns bestens gefällt

Das Design – auf den ersten Blick traditionell auch wegen der zahlreichen BMW-typischen Merkmale. Aber auf den zweiten Blick entdeckt man die vielen Details, die ein rundum stimmiges Gesamtbild ergeben. Ausserdem gibt es Punkte für die umfassende, aber unaufdringliche Digitalisierung.

Was uns weniger gefällt

Dafür zeigt sich die Bedienung per Zuruf - «Hey, BMW!» - manchmal etwas begriffsstutzig. Und die Preise können bei mindestens 53 230 Franken Basispreis und üppiger Optionenliste ziemlich weit nach oben ausschlagen.

1800 / 1600 1.125

Bildergalerie BMW 3er

Diskutieren Sie mit