BMW 7 SERIES - Auf Technik-Wolke sieben

Eine Fahrt im neuen 7er-BMW ist eine Reise in die Zukunft. Aber der Luxusliner bietet ausser Hightech und Luxus auch etwas ganz Simples: Fahrspass.

Die Zahlen zum BMW 750Li xDrive:

  • Motor: 4,4-Liter-V8-Turbobenziner (450 PS, 650 NM bei 1800 bis 4500 U./Min.)
  • Antrieb: Allrad
  • Getriebe: 8-Stufen-Automatik
  • Fahrleistungen: 0-100 km/h 4,5 s, Spitze 250 km/h (limitiert)
  • Masse: Gewicht 1'990 kg, Kofferraum 515 Liter
  • Norm-/Testverbrauch: 8,3/12,1 Liter auf 100 km

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BMW 7er auf AutoScout24

BMW 7er (2016)Für einmal sitzt man in einem BMW gerne hinten. Im „langen“ Test-750Li beschäftigen sich Kids, Nachbarn und Redaktoren stundenlang mit dem Spielzeug für einkommenstechnisch Fortgeschrittene.

Einzelsitz elektrisch in die Wellness-Position verschieben, die Füsse hochlagern – und entspannen wie der Herr Direktor. Natürlich auf neuzeitliche Art: Sehr cool ist das ausklinkbare Bedien- und Multimedia-Tablet hinten.

Sieben Qualitäts-Leben

BMW 7er (2016)Aber wir sässen nicht in einem BMW, fühlten wir uns nicht auch vorne superwohl. Der Bauch sagt: So ist das also, wenn man reich ist.

Perfekte Qualität, tolle Sitze, schönes Nachtdesign, brillante Displays – aber doch die gewohnte, simple Menüführung und gewohnte Schaltersammlung. Perfekt. Doch dann hakt zwei, drei Mal die Klappe einer Ablage. Klar, nobody's perfect - aber bei dem Preis störts.

Sieben Assistenz-Siegel

Die Technik – Radartempomat mit Lenkeingriff, vorausschauende Federung, Tempolimit-Erkennung samt Übernahme in den Tempomat (sogar, wie viel schneller als erlaubt, ist wählbar) sprengt jeden Artikel. Noch nicht verfügbar ist im Testwagen autonomes Parken per Druck auf den Hightech-Schlüssel.

BMW 7er (2016)Aber alleine das Matrix-LED-Licht führt dazu, dass wir Extrarunden drehen. Wie andere Autos blendfrei aus dem Fernlicht geschnitten werden (siehe Video), macht sprachlos – bis aufs Laser-Fernlicht nicht neu, aber perfekt. Nur reagieren Vorausfahrende teils irritiert, wenns an ihnen vorbeistrahlt. Und die Radiobedienung via Gesten? Ein Gag. Noch. Mal abwarten, ob und wie wir uns daran gewöhnen.

Sieben Fahrwerks-Samurai

Der Komfort beeindruckt: Der extrem leise Bayer schwebt jede Rumpelpiste glatt. Die Differenz zur Mercedes S-Klasse liegt im Charakter. Im Siebener bleibt die Piste präsenter.

Aber dafür kann er halt anders: Soll es sein, verleugnet der Zweitönner 5,24 Meter Länge und wedelt verblüffend locker über Land. Dann schrumpft er gefühlt auf das Format eines gut geölten Fünfers. Macht Laune – und beeindruckt.

Sieben Antriebs-Sachen

BMW 7er (2016)Angesichts von dessen betonter Mühelosigkeit vergisst man fast, dass der 750Li xDrive auch einen Motor hat.

Der 450-PS-V8 murmelt im Hintergrund wie ein britischer Butler, gerät beim Kickdown aber in spontane Raketenlaune. Ein souveränes Sahnestück, dem man darum als Lohn die zwölf Testliter gönnt.

Fazit:

Der Siebener ist ein beeindruckendes Hightechgerät. Wir hätten ihm nur gewünscht, dass er sich optisch mehr von den kleineren Brüdern abhebt. Beim Fahren gelingt es ihm ja auch.

Und beim Preis. Eifriges Kreuzchenmachen auf dem Kaufvertrag schlägt sich im Testwagen in 67'160 Franken nur für die Optionen nieder. Endpreis des Testwagens: 207'860 Franken. Aber würde Leasing verboten, sässen wir eh alle in Dacias.

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