BMW Z4 - Frischer Stoff

Alle reden übers Verdeck. Aber viel wichtiger an BMWs neuem Z4 ist alles unter der Gürtellinie. Weil er mit perfekter Gewichtsverteilung fahrdynamisch in einer neuen Liga fährt.

Zahlen zum BMW Z4

  • Motor: 3.0-R6-Turbobenziner (340 PS, 500 NM bei 1600–4500 U./Min.)

  • Antrieb: Hinterrad

  • Getriebe: 8-Stufen-Automatikgetriebe

  • Fahrleistungen: 0-100 km/h 4,6 s, Spitze 250 km/h

  • Masse: Testgewicht 1610 kg, Kofferraum 281 Liter

  • Preis: ab 82'500 Franken

  • Konkurrenz: Audi TT Roadster, Jaguar F-Type Convertible, Mercedes SLC, Porsche 718 Boxster, u.a.

  • Stand: 23.11.2018

Wem der BMW Z4 gefällt

Irgendjemand hier, der Roadster überhaupt nicht mag? Na also. Ausserdem bringt BMWs neuer Zweisitzer frischen Wind ins zuletzt etwas statische Design der Marke. Klare Linien, hinreissende Wölbungen und eine neue Front, bei der rechts und links vom extrabreiten Nierengrill die Doppelscheinwerfer jetzt gestapelt werden. Wohl auch ein Ausblick auf die nächsten kompakten BMWs.

Optische Täuschung

Eines hat BMWs Designteam allerdings gut versteckt: die deutlich gewachsenen Abmessungen. Fast neun Zentimeter mehr Länge, deren acht in der Breite und dazu eine deutlich breitere Spur vorn und hinten bringen eine sportlichere Geometrie ins Fahrwerk. Weil gleichzeitig der Radstand kürzer wurde – für höhere Agilität ums Eck –, schaut der Z4 jetzt sogar kompakter aus als sein Vorgänger. Die glänzenden Tüpfli lassen den Frontgrill ausserdem geradezu zierlich erscheinen. Wenn BMWs Designtruppe mal was ganz neues machen wollte – beim Z4 hat sie es geschafft.

Kürzerer Radstand, mehr Platz

Weniger Radstand lässt ja Schlimmes befürchten, aber Knie und Ellenbogen geniessen dennoch opulente Freiheiten im Cockpit. Denn: Das bisherige Blechklappdach musste seinen ziemlich üppigen Platz hinter den Sitzen räumen für ein schlankes Stoffverdeck und dessen Staukasten. Das verhilft dem Kofferraum neu zu geradezu alltagstauglichen 281 Litern Volumen; ausserdem muss man nicht mehr umständlich die Dachteile hochfahren lassen, um überhaupt etwas hineinquetschen zu können. Solch ein Spassauto kann sogar praktisch sein.

Tasten und Touch

Völlig neu sind auch die Instrumente – virtuell. Der Tacho dreht wie gewohnt rechts herum, der Drehzahlmesser nach links. Das räumt dazwischen Platz frei für Informationen von der Navikarte bis zum Bordcomputer und braucht ein wenig Gewöhnung. Ab sofort darf auch auf den zentralen Monitor des Infotainments getippt werden. Die Gestensteuerung fehlt aber – die nötige Kamera zur Bewegungserkennung braucht ein festes Dach. Dafür wird die Wahl der Fahrprogramme zwischen Eco Pro und Sport einfacher, weil jedes endlich eine eigene Taste hat. Im Grunde kann man aber auch die Finger davon lassen.

Was uns bestens gefällt

Denn: Das adaptive Fahrwerk des Z4 schaut in die Navikarte und passt die Dämpferraten auf die kommenden Kurven an. Also Hände an den recht dicken Lenkkranz – weil der Z4 jetzt mehr sportliches Talent denn je zeigt. Tiefer Schwerpunkt, ein Gewichtsverhältnis von 50:50 zwischen Vorder- und Hinterachse – hier passt mal der alte Autotester-Spruch von der Einheit von Mensch und Maschine.

Was uns weniger gefällt

Das Chaos in den virtuellen Instrumenten. Die Warterei auf die Lancierung im März. Und darauf, ob sich zu den beiden Vierzylindern mit 197 und 258 PS und dem geschmeidig-kraftvollen 340-PS-Reichensechser auch wieder eine richtige M-Version gesellen wird. Wie damals beim allerersten Z4.

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Bildergalerie BMW Z4

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