CITROEN C4 CACTUS - Döschwo reloaded

Als Charakterkopf der Kompaktklasse polarisierte der Citroën C4 Cactus bislang. Nun wird er optisch breitentauglicher, aber bleibt sich bei Schwebekomfort und Charmecockpit treu.

Zahlen zum Citroën C4 Cactus PureTech 110 EAT «Shine»

  • Motor: 1.2-R3-Turbo-Benziner (110 PS, 205 Nm bei 1500 U./Min.)

  • Antrieb: Front

  • Getriebe: 6-Gang-Automatik

  • Fahrleistungen: 0-100 km/h 10,9 s, Spitze 188 km/h

  • Masse: Gewicht 1070 kg, Kofferraum 358 bis 1170 Liter

  • Verbrauch: Werk/Test: 5,3/6,6 l/100 km, 119/153 g CO2/km, Energie E

  • Testwagenpreis: ab 27'100 Franken

  • Basispreis: PureTech 110 «Live», 110-PS-Benziner, ab 21'200 Franken

  • Konkurrenz: Ford Focus, Renault Megane, Opel Astra, VW Golf, u.a.

  • Stand: 18.06.2018

Wem der Citroën C4 Cactus gefällt

Wenns kein Mainstream, aber alltagsgerecht sein soll, findet der Citroën C4 Cactus seine Freunde. Seit 2014 hat diese Neuinterpretation des Döschwo – günstig und gar ein wenig gaga – im SUV-Style als der etwas andere Kompakte etabliert. Nun wird er per Facelifting leider auch etwas beliebiger. So gut ihm das neue Gesicht steht, so sehr fehlt uns halt der sehr markante, bis auf einen Rest verschwundene Flanken-Rempelschutz («Airbumps»).

Drinnen bleibt er sich treu

Gottlob haben die Franzosen der Versuchung widerstanden, dem Cactus auch innen seine Stachel zu ziehen: Hier bleibt der 4,17 Meter lange Kompakte er selbst. Die nostalgischen Sessel sind breit und bequem, überall gibts Anleihen an die Schnallen und Riemen alter Überseekoffer. Digitale Einfachinstrumente, dazu modernes Infotainment und praktische Details: Der Beifahrer-Airbag sitzt im Dach und erlaubt ein riesiges Handschufach, in das im Gegensatz zur Konkurrenz endlich mehr als nur Handschuhe passen. Ein Platzmeister ist der Cactus sonst aber nicht: Hinten ists bequem, aber im Konkurrenzvergleich knapp.

Objektiv lahm, gefühlt flott

Was sich auf dem Papier lethargisch liest, entpuppt sich im tempolimitreichen Alltag als völlig genügend und sogar ansprechend flott: Das 1,2-Liter-Dreizylinderchen zieht und dreht gefühlt angenehm und knattert sympathisch. Selbst die Zusammenarbeit mit dem Automat passt – zumindest im «S»-Modus, denn dann fallen die 110 PS weniger häufig ins Turbo- und Schaltloch. Allerdings sind sechseinhalb Liter im Testschnitt kein Brüller.

Schweben und entspannen

Klar will der Franzose kein Kurvenfetzer sein: In engen Kehren gehts über die Vorderräder schiebend ins Grüne. Und falls nicht, scharrt der Frontantrieb kurvenausgangs um Haftung. Lieber entspannen wir mit der nun noch komfortableren Schwebefederung. Sanft wippend und nicht zu schaukelig bügelt der Cactus den Alltagsstress weg. Lange Bögen nimmt er tadellos schneller. Aber die Abstimmung muss man halt so mögen wie die vage Lenkung.

Cactus ist keiner für alle

Am Ende teilt der Cactus die Autowelt in Verehrer und Verächter – man mag ihn oder eben nicht, denn der mainstreamigeren Optik zum Trotz polarisiert er wie zuvor. Gehts um Platz, Prestige oder Power, liegt man falsch. Bei Preis, Pepp und Pfiff liegt er dafür aber vorne – und wer einen komfortablen, entspannenden Kompaktwagen sucht, schwebt sich happy.

Was uns bestens gefällt

Während andere Hersteller ein Brimborium um Gewichtsreduzierung machen, ist der C4 Cactus ganz leise, still und heimlich leicht. Für 1070 Kilo reichen 110 PS gut, und deshalb verzeihen wir ihm auch, dass es zwecks Diät hinten nur Ausstell- statt Kurbelfenster gibt.

Was uns weniger gefällt

Mit den neuen Scheinwerfern hätten wir uns noch deutlich besseres Licht gewünscht. Das Innere bietet nun zwar mehr Assistenz und moderneres Infotainment, hier und da stört uns aber Hartplastik. Gesagt sei jedoch: Dafür ist der Cactus sonst solide – und echt günstig.

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Bildergalerie Citroën C4 Cactus

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