Diesel – Antrieb mit dem schlechtesten Ruf

Dieselautos sind, nach den Benzinern, die meistverbreiteten Fahrzeuge der Schweiz. Früher galten Dieselautos als besonders umweltfreundlich, weil sie weniger CO2-Abgase ausstossen als Benziner. Spätestens seit dem Dieselskandal geriet der Ruf des Treibstoffs jedoch in Schieflage. AutoScout24 klärt einige Fragen zum Diesel.

Illustration einer Dieselzapfsäule in der Mitte, links und rechts daneben jeweils die Vor- und Nachteile des Dieselmotors auf hellgrauem Grund

Was ist der Unterschied zwischen Diesel und Benzin?

Die Treibstoffe Benzin und Diesel werden beide aus Erdöl hergestellt. Im Gegensatz zu Diesel ist Benzin sehr leicht entzündlich. Diesel hingegen ist einiges schwerer und enthält mehr Energie. Weiter hat der Dieselmotor einen höheren Wirkungsgrad als der Benzinmotor. Er kann bis zu 50 Prozent der eingesetzten Energie in Bewegung umsetzen.

Diesel und Benzinmotoren funktionieren im Ansatz ähnlich. Bei beiden Motortypen findet im Brennraum der Zylinder eine Entzündung des Kraftstoffs statt. Die dadurch entstehende Energie treibt über Kolben und Kurbelwelle das Fahrzeug an. Der wesentliche Unterschied zwischen Benzin- und Dieselmotoren besteht in der Art wie sich der Kraftstoff entzündet. Während beim Benziner ein Zündfunke das Luft-/Benzingemisch entfacht, geschieht dies beim Dieselmotor durch die hohe Verdichtung ohne äusseren Einfluss. Der Dieselmotor wird im Allgemeinen deshalb oft „Selbstzünder“ genannt und verfügt im Gegensatz zum Benzinmotor über keine Zündkerzen. Gerade weil im Motor hohe Druckzustände herrschen müssen, ist der Dieselmotor aufwändiger gebaut, was sich auch auf den Preis auswirkt. Deshalb sind Dieselautos oft teurer als Benziner.

Was passiert wenn ich bei einem Dieselauto Benzin tanke?

Der Tankstutzen für Benzinautos passt meist auch in Dieselautos. Deshalb kann es vorkommen, dass man in einem unachtsamen Moment den falschen Treibstoff tankt. Das kann zu grossen Schäden führen. Wenn das Missgeschick früh genug bemerkt wird, sollte die Zündung nicht mehr betätigt werden. Der Benzin-Diesel-Mix muss unbedingt von Fachleuten abgepumpt und entsorgt werden.

Lohnen sich Dieselfahrzeuge eher für Kurz- oder Langstrecken?

Der Motor eines Dieselfahrzeuges hat eine höhere Laufleistung und einen geringeren Verbrauch als der Benzinmotor. Deshalb eignen sich Dieselfahrzeuge eher für lange Strecken. Weiter muss der Russpartikelfilter, der in Dieselautos eingebaut ist, auf eine bestimmte Temperatur kommen, um sich während der Fahrt zu erholen. Diese kann über kurze Strecken oft nicht erreicht werden und die Filter können verstopfen. Für kurze Strecken eignet sich deshalb eher der Benzinmotor, da dieser um einiges schneller auf Betriebstemperatur kommt als der Dieselmotor.

Ist Diesel schädlich?

Unsere Luft wird von Experten dann als schlecht und für uns Menschen als schädlich beurteilt, wenn sie einen hohen Stickstoffoxidgehalt aufweist. Einer der Hauptverursacher dieser Stickoxidbelastung ist das Dieselfahrzeug. Als positiv zu betrachten ist jedoch, dass Diesel im Vergleich zu Benzin bis zu 20 % weniger Kohlendioxid (CO2) ausstösst. Das wirkt sich auch weniger auf das Klima aus. Weiter erzeugen Dieselfahrzeuge weniger Feinstaub als Benziner. Wie schädlich Diesel als Treibstoff ist, kommt auf den technischen Zustand und den Einsatz des Fahrzeuges an. Pauschale Aussagen zur Umweltverträglichkeit zu machen ist deshalb schwierig.

Lohnt es sich ein Dieselfahrzeug zu kaufen?

Gedanken über Tankmöglichkeiten und Reichweite braucht man sich bei einem Dieselfahrzeug nicht zu machen. Jedoch können die Füllungen teurer ausfallen als bei anderen Treibstoffarten, wie beispielsweise Benzin. Auch in Sachen Nachhaltigkeit verliert der Diesel im Vergleich zu alternativen Antrieben, wie beispielsweise Erdgas. Wer jedoch oft lange Strecken fährt und beim Kauf auf die aktuell gültigen Emissionsnormen (empfohlen ab EURO 6) achtet, ist mit einem Dieselauto gut bedient und kann aus einer grossen Angebotsfülle wählen.