Elektro-Mobilität - VWs Wandel zum Öko-Pionier

Der Volkswagen-Konzern will vom Saulus zum Paulus der Autobranche werden. Mit Milliarden-Investitionen in eine riesige Elektro-Flotte und der konsequenten Senkung des CO2-Ausstosses wollen die Wolfsburger zum nachhaltigsten Autobauer der Welt werden.

Die Vision

Mit dem Fokus auf Elektro-Mobilität will Volkswagen zum saubersten Anbieter der Autobranche werden. In den nächsten Jahren sollen Dutzende neue E-Autos auf den Markt kommen, die öffentliche Infrastruktur ausgebaut und mit Grünstrom versorgt werden, um so das Unternehmen bis zum Jahr 2050 komplett CO2-neutral zu machen. Dafür investiert der VW-Konzern in den nächsten Jahren rund 34 Milliarden Franken.

Die Gründe

Ganz freiwillig kommt der Schritt nicht: Nach den Milliarden-Bussen in den USA wegen des Dieselskandals verpflichtete sich Volkswagen dazu, den Wandel zu einem klimafreundlichen Unternehmen zu vollziehen. Darüber muss der Konzern nun regelmässig dem US-Justizministerium Bericht erstatten.

 

 

Rückblick: Die letzten Jahre

Die sogenannte Dekarbonisierung betrifft nicht nur die Fahrzeuge, sondern das komplette Unternehmen. Im Werk Zwickau, wo zukünftig nur noch E-Autos gebaut werden sollen, konnte der CO2-Ausstoss in den letzten acht Jahren um 66 Prozent gesenkt werden – von 158'000 Tonnen 2010 auf 53'000 Tonnen im letzten Jahr. Seit kurzem bietet VW zudem über das Tochterunternehmen Elli regenerativ erzeugten Grünstrom an – für die heimische Wallbox oder für den Haushalt.

 

Vorschau: Die nächsten Jahre

Umwelt- und Sozialstandards sollen nicht nur im eigenen Unternehmen, sondern auch bei den Zulieferern zum wichtigen Kriterium werden. Besonders bei für E-Autos wichtigen Rohstoffen wie Nickel, Mangan, Kobalt oder Lithium soll die Transparenz signifikant erhöht werden. Halten sich die Lieferanten nicht an die Auflagen, werden sie von VW ausgeschlossen. Um E-Autos zum definitiven Durchbruch zu verhelfen, will VW den Modularen Elektrobaukasten (MEB) sogar der Konkurrenz zur Verfügung stellen.

VWs Elektroflotte

Anfang 2020 startet der ID. Neo in 27 europäischen Ländern. Von Kosten und Grösse soll er einem Golf entsprechen und je nach Skalierung des Akkus zwischen 330 und 550 Kilometer weit kommen. Wenig später folgen der SUV ID. Crozz, der Familienvan ID. Buzz und die Limousine ID. Vizzion. Audi hat bereits heute den SUV E-Tron auf dem Markt und auch bei Porsche und Skoda folgen dieses Jahr erste E-Modelle. Bei Seat solls etwas später so weit sein.

Die Aussichten

Trotz der Unsicherheit, die bei Kunden herrscht, hat der Konzern soeben das Ziel, in einer ersten Welle zehn Millionen E-Mobile unters Volk zu bringen, auf 15 Millionen erhöht. Trotz vieler Bedenken von Kritikern lohnt sich umwelttechnisch der Umstieg: Das aufgewendete CO2 eines kompakten Stromers von der Rohstoffbereitstellung über den Betrieb bis zum Recycling liegt in Europa schon heute mit rund 30 Tonnen deutlich tiefer als bei einem vergleichbaren Benzin-Golf, der im Lebenszyklus 44 Tonnen CO2 verursacht.

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