Wie hoch ist der Verbrauch bei Elektroautos?

Fahrzeuge mit Elektroantrieb funktionieren ganz anders als jene mit Verbrennermotor. Wie wirkt sich das auf den Treibstoffverbrauch aus? Und wie auf die Kosten? Unser Artikel liefert Antworten.

So funktionieren Benzinmotoren und Elektroantriebe

Wovon hängt der Verbrauch bei Elektrofahrzeugen ab?

Berechnen Sie die Kosten für den Verbrauch

Elektroauto oder Benziner – was ist der Preis für 100 km?

Wie lässt sich der Verbrauch senken?

„Schöner Wagen! Wie viel säuft er?“, wird man in der Schweiz jeweils gefragt. Der Treibstoffverbrauch gehört zu den wichtigsten Kennzahlen eines Autos – nicht nur bei umweltbewussten Fahrern, sondern auch bei preisbewussten. Je mehr ein Fahrzeug „säuft“, beziehungsweise verbraucht, desto häufiger muss das Gefährt nämlich vollgetankt werden. Und das kann schnell ins Geld gehen. Gerade bei Autos mit alternativen Antriebssystemen sorgt das Thema für viele Fragen. Wir erklären Ihnen in diesem Artikel, wovon der Verbrauch bei Elektroautos abhängt und wie Sie diesen senken können.

So funktionieren Benzinmotoren und Elektroantriebe

Die Anschaffung eines Elektroautos ist im Moment noch teurer. Im Gegenzug arbeiten die Motoren aber effizienter als bei einem Fahrzeug mit klassischem Antrieb. Dadurch können Sie unter Umständen Treibstoffkosten sparen. Anders als beim Benzinmotor, ist beim Elektroantrieb die Energie nämlich bereits in der richtigen Form vorhanden: Der Motor wird direkt mit dem Strom aus der eingebauten Batterie betrieben und muss diese nicht zuerst noch umwandeln. Dadurch haben E-Autos einen sehr hohen Wirkungsgrad und es geht nur wenig Energie verloren.
Ganz anders sieht es beim klassischen Antrieb aus: Bis das getankte Benzin die Räder zum Drehen bringt, sind diverse Schritte nötig und die Energie muss mehrmals umgewandelt werden. Durch stetige Weiterentwicklungen konnte der Wirkungsgrad von Benzinmotoren zwar verbessert werden, allerdings geht nach wie vor viel Energie verloren. Das hat starke Auswirkungen auf den Verbrauch.

Wovon hängt der Verbrauch bei Elektrofahrzeugen ab?

Der Verbrauch wird jeweils auf 100 Kilometer berechnet. Bei einem Benzin- oder Dieselfahrzeug ist entscheidend, wie viele Liter Treibstoff auf dieser Strecke verbraucht werden. Für Elektrofahrzeuge hingegen wird ein Wert in Kilowattstunden angegeben. Dieser variiert je nach Fahrzeugmodell und hängt unter anderem von der Effizienz des Motors und vom Gewicht des Fahrzeugs ab.
Seien Sie jedoch vorsichtig: Die Hersteller geben zwar für alle Automodelle einen offiziellen Verbrauchswert an. Dieser stimmt aber nur unter Laborbedingungen und liegt in der Praxis vermutlich höher. Bei vielen Automodellen können Sie während der Fahrt deshalb überprüfen, wie hoch Ihr Verbrauch in diesem Moment gerade ist. Bei den meisten Elektroautos liegt er zwischen 10 und 20 Kilowattstunden pro 100 Kilometer.

Berechnen Sie die Kosten für den Verbrauch

Sobald Sie den Verbrauch eines Elektrofahrzeugs kennen, lassen sich auch die entsprechenden Kosten berechnen. Dafür müssen Sie zusätzlich wissen, wie viel Sie für eine Kilowattstunde Strom zahlen. Diese Kosten hängen von vielen Faktoren ab: Laden Sie Ihr Fahrzeug zu Hause oder an einer Schnellladestation? Kommt der Strom aus einem Kernkraftwerk oder aus den eigenen Solarzellen? Stecken Sie Ihren Wagen am Tag oder in der Nacht ein? In der Schweiz liegt der Strompreis an den meisten Orten zwischen 10 und 30 Rappen pro Kilowattstunde. An einzelnen Ladestationen zahlen Sie aber auch deutlich mehr.

Sobald Sie alle Angaben haben, können Sie mit diesen einfachen Formeln Ihre Verbrauchskosten berechnen:

Kosten für 100 Kilometer (Franken) = Verbrauch (kWh) * Stromkosten (Franken/kWh)

Kosten für x Kilometer (Franken) = Verbrauch (kWh) * Stromkosten (Franken/kWh) * 0.01 * x (Kilometer)

Elektroauto oder Benziner – was ist der Preis für 100 km?

Wir machen ein Rechenbeispiel: Nehmen wir an, dass Ihr Auto einen Verbrauch von 15 Kilowattstunden hat. Für den Strom zahlen Sie bei sich zu Hause 20 Rappen pro Kilowattstunde. Auf 100 Kilometer ergibt das einen Verbrauch von 3 Franken. Wenn Ihr täglicher Arbeitsweg nur 30 Kilometer beträgt, können Sie die zweite Formel anwenden: Auf diese Weise finden Sie heraus, dass Sie für Ihren Arbeitsweg rund 90 Rappen zahlen.

Vergleichen wir diese Ausgaben mit den Kosten eines Benziners: Dieser verbraucht in unserem Beispiel 7 Liter auf 100 Kilometer. Die Benzinkosten legen wir auf 1.60 Rappen fest. Wie oben multiplizieren wir jetzt wieder den Verbrauch mit den Treibstoffkosten. Für 100 Kilometer zahlt man bei diesem Fahrzeug entsprechend etwa 12 Franken. Das ist vier Mal mehr als unser Elektroauto im oberen Beispiel verbraucht!

Sie dürfen sich aber nicht zu früh freuen: Um die wirklichen Kosten eines Fahrzeugs zu berechnen, müssen noch viele weitere Faktoren miteinbezogen werden. Dazu zählen, wie beim Verbrenner, zum Beispiel Versicherungsprämien, Verkehrsabgaben, Wartungsarbeiten und Wertverluste, die je höher der Anschaffungspreis ist auch entsprechend höher ausfallen. Eine Studie des ADAC hat in Deutschland die Gesamtkosten zwischen E-Autos und Benzinern verglichen. Sie zeigt, dass die eigentlichen Kosten für Elektrofahrzeuge jeweils deutlich höher sind, als es unsere obenstehende Rechnung vermuten lässt. 

Des Weiteren ist die Batterie im E-Auto, wie überall, ein Verschleissteil. Aus diesem Grund verringert sich die Reichweite über die Jahre. Im direkten Vergleich dazu bleibt der Tank und damit die Reichweite eines Verbrenners immer gleich gross.

Wie lässt sich der Verbrauch senken?

Grundsätzlich gilt: Je schwerer und grösser ein Auto ist, desto mehr Treibstoff wird für die Fortbewegung benötigt. Dadurch erhöht sich ihr Verbrauch. Mit der richtigen Fahrweise können Sie dem aber entgegenwirken: Wenn Sie vorausschauend fahren und zügig schalten, wirkt sich das positiv auf Ihren Verbrauch aus. Das gilt für E-Autos genauso wie für Benziner. Sorgen Sie zudem dafür, dass Sie nicht unnötig viel Ballast im Auto haben und setzen Sie die Klimaanlage nur dosiert ein. Ausserdem ist es wichtig, dass Ihr Auto genügend Luft in den Reifen hat. Dies kann zum Beispiel mit einem Reifendruck-Kontrollsystem überwacht werden. Auch die Art der Aufladung, Ladeverluste, die Rückgewinnung von Strom und nicht zuletzt die Umgebungstemperatur und Witterung, spielen für den realen Stromverbrauch Ihres Elektroautos eine grosse Rolle.

Noch eine wichtige Info zum Schluss: Wenn Sie ein Elektrofahrzeug besitzen, können Sie nicht nur beim Verbrauch sparen. Je nach Wohnort müssen Sie auch weniger Verkehrsabgaben zahlen. Vergleichen Sie ausserdem Ihre Versicherungsprämien, denn auch dort gibt es für E-Mobile zum Teil Rabatt.

Wenn Sie sich jetzt einen Wagen mit Elektroantrieb zutun wollen, schauen Sie sich am besten das Angebot auf AutoScout24 an. Dort können Sie nämlich die verschiedenen Fahrzeugmodelle nach Antriebssystemen filtern. Sie finden auch immer alle wichtigen Informationen zum Verbrauch eines Autos. Und nach der Lektüre dieses Artikels wissen Sie jetzt, wie man daraus die effektiven Treibstoffkosten berechnet.

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