Elektromotor: der Antrieb der Zukunft?

Abnehmende Rohstoffe, zunehmende Abgase: Der Elektroantrieb könnte die Lösung für diese Probleme sein.

Lange bevor Carl Benz seinen Motorwagen Nummer 1 auf Testfahrt schickte, rollten bereits batteriebetriebene Elektrofahrzeuge über die Strassen Europas und der USA. Doch neben der Überzeugung, dass Benzin unerschöpflich ist, war es vor allem die Erfindung des elektrischen Anlassers, die den Elektronantrieb in eine Nische verbannte. Erst seit der Jahrtausendwende erleben Elektrofahrzeuge eine Renaissance.  

Wichtigster Unterschied zum herkömmlichen Verbrennungsmotor ist, dass Elektroautos keine fossilen Brennstoffe mehr benötigen. Damit dies möglich ist, braucht es drei wichtige Komponenten: Elektromotor, Regler und Batterien. Ist das Auto eingeschaltet, lässt die Batterie Strom frei, der zum Regler weitergeleitet wird. Bevor er den Motor erreicht, wird der Strom von elektrischer in mechanische Energie umgewandelt. Die wiederaufladbaren Batterien versorgen nicht nur den Motor, sondern auch alle anderen elektrischen Kompo­nen­ten wie Scheibenwischer und Lampen. Abgassystem oder Tank sind beim E-Auto somit überflüssig. Die Herstellung der Batterien ist enorm energieaufwändig. Nutzt man zudem Strom, der vorwiegend aus Kohlekraftwerken anstatt aus regenerativen Quellen stammt, wirkt sich das negativ auf die Umweltbilanz der Elektroautos aus. Trotzdem schneiden Elektroautos unter dem Strich deutlich besser ab als Fahrzeuge mit herkömmlichen Verbrennungsmotoren. Der Grund: Die E-Motoren stossen keine schädlichen Treibhausgase aus und sind nicht von fossilen Energiequellen abhängig.

Momentan sind Elektroautos in der Anschaffung noch deutlich teurer als Wagen mit reinem Verbrennungsmotor. Die Befreiung von der Automobilsteuer bringt hier eine gewisse finanzielle Erleichterung. Zudem gewähren mehrere Kantone eine Reduktion der Motor­fahr­zeug­steuer oder verzichten ganz auf eine Besteuerung. Die derzeit von Autoherstellern verbauten Traktionsbatterien bieten im Schnitt eine Reichweite von 100 bis 600 Kilometer pro Aufladung. Obwohl die Schweiz das dichteste Ladenetz Europas unterhält, stellt das Tanken unterwegs nach wie vor eine Herausforderung dar. Experten gehen davon aus, dass 90 Prozent der Ladevorgänge daheim erfolgen. Dennoch sind Schnellladevorgänge ausser Haus möglich. Dabei werden die Batterien innerhalb von 15 Minuten bis zu 80 Prozent wieder aufgeladen. Erfreulich daran: Sogar zum höchsten Tarif kostet eine Vollladung gerade mal rund vier Franken.

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