FIAT 500 - Der milde Frischluftzwerg

Den Italo-Evergreen Fiat 500 Cabrio gibt es jetzt auch mit Mild-Hybrid-System. Nur fürs gute Gewissen oder tatsächlich hilfreich?

Der Fiat 500 C Hybrid Launch Edition in Zahlen

Motor: 1,0-Liter Dreizylinder mit Mild-Hybrid-System (70 PS, 92 Nm bei 3500 U/min) 

Antrieb: Frontantrieb

Getriebe: 6-Gang-Handschaltung

Fahrleistung: 0 – 100 km/h in 13,8 s, Spitze 167 km/h

Masse: Gewicht 1055 kg, Kofferraum 185 - 550 l

Verbrauch: 5,4 l auf 100 km

Basispreis: ab 21’640 Franken

Konkurrenten: Toyota Yaris Hybrid, 

Stand: 21. September 2020

Offen für Neues

In Grossbuchstaben prangt der Schriftzug «HYBRID» auf dem Heck des Italo-Evergreens und zeigt damit, wohin die Reise geht. Noch bevor der rein elektrische Cinquecento auf den Markt kommt, wagt der hybridisierte Kleinwagen den grossen Coup. Angetrieben wird der Fiat 500 Cabrio Hybrid vom neuen 1.0 GSE-Motor mit 70 PS. Das Dreizylinder-Motörchen wiegt gerademal 77 Kilogramm. An ihn ist ein Riemen-Startergenerator (RSG) gekoppelt. Er kann den 500er zwar nicht rein elektrisch antreiben, ihn aber bei Leistungsspitzen und beim Anfahren mit zusätzlicher Power unterstützen. Beim Anfahren spürt man das deutlich, beim Sprint von 0 auf 100 km/h muss man dagegen schon knapp 14 Sekunden Geduld mitbringen.

Optische Änderungen sind tabu

Die Hybridisierung des kultigen Kleinwagens ändert am Charakter des 500er nichts. Seit seiner Premiere 2007 – zwei Jahre später folgte das Cabrio – hat sich der Italo-Klassiker kaum verändert. Die Form ist tabu, das Design ikonisch.

Neues im Innern

Neu im Cockpit sind, wenn man das TFT Display in den höheren Ausstattungsvarianten an Bord hat, mehrere Hybrid-Grafiken. Sie zeigen an, ob die Batterie gerade geladen wird oder ob elektrische Energie zum Antrieb verwendet wird. Rollt man z.B. auf eine Ampel zu und unterschreitet die Geschwindigkeit von 30 km/h, kann der Antrieb in den «Segel»-Modus gehen. Da der Fiat 500 Cabrio Hybrid ausschliesslich mit manueller 6-Gang Schaltung verfügbar ist, muss man dazu manuell in den Leerlauf schalten. Im Display signalisiert das, wenn alle Bedingungen erfüllt sind, ein «N». Nimmt man den Gang heraus, schaltet sich der Verbrenner komplett ab. Der Strom für Lenkung und andere Verbraucher stammt nun aus der 11 Ah grossen 12 Volt Batterie unter dem Fahrersitz. Je nach Geschwindigkeit wird im Display dann der entsprechende Gang angezeigt, den man beim erneuten Starten des Motors am besten einlegen sollte. Besonders angenehm: Im Gegensatz zur «herkömmlichen» Start/Stopp Automatik springt der Benziner dank des RSG sehr geräuscharm und schnell wieder an.

Vorausschauend Fahren lohnt sich

Wichtig ist aber: Ein Mild-Hybrid wie der 1.0 GSE macht nur dann Sinn, wenn man auch gewillt ist, vorausschauend zu fahren. Man muss also Ausrollphasen nutzen und sollte kein Streckenprofil haben, bei dem man täglich schnell Autobahn fährt. Hält man sich möglichst genau an die Schaltempfehlungen und nutzt die Ausrollphasen (man kann das Rekuperieren förmlich hören), wird man mit einem guten Verbrauch belohnt. Das braucht aber ziemlich Übung, denn die Software der Getriebeschaltung verlangt vom Fahrer insbesondere in urbanen Gegenden ziemlich viel ab. Im Stadtgetümmel sollte man lieber auf die anderen Verkehrsteilnehmer achten, als auf das Display und darauf warten, bis die Software dem Fahrer den nächsten Gangwechsel anzeigt. 

Zum Auftakt ein paar Extras

Zur Markteinführung des neuen Hybrid-Zwergs gibt es den 500 Cabriolet in der exklusiven «Launch Edition». Nicht ganz günstig, dafür gibt es aber satiniert Chromstahldetails, Sitzbezüge aus recyceltem Meeresplastik, die exklusive Lackfarbe Rugiada Grün Matt – ein neuer Grünton, der speziell für die neue Hybridgeneration von Fiat kreiert wurde und dem exklusiven Logo «Fiat Launch Edition» auf der B-Säule, sowie 16-Zoll-Leichtmetallfelgen und ein elektrisches Stoffverdeck. Zur Serienausstattung des Fiat 500 C Hybrid «Launch Edition» gehört zudem das Entertainmentsystem UconnectTM 7‘‘ HD LIVE, das über einen hochauflösenden Touchscreen mit sieben Zoll (17,8 Zentimeter) Bildschirmdiagonale bedient wird. Hier sind eine Bluetooth-gesteuerte Freisprechanlage, Audiostreaming-Fähigkeit, Textvorlese-Funktion, USB-Anschlüsse für externe Musikspeicher wie iPods sowie Bedientasten am Lenkrad integriert. Das System ist auch mit Apple Car Play und Android Auto von Google kompatibel. 

Das hat uns gut gefallen

Der Fiat 500 ist und bleibt einfach der knuffigste Kleinwagen schlechthin. Optisch kann dem Italo-Klassiker kaum einer das Wasser reich. Das Mild-Hybrid-System macht aus dem Kleinwagen zwar nicht unbedingt ein Saubermann, die elektrische Unterstützung sorgt aber für ein grünes Gewissen. Und wenn man wirklich vorrauschend fährt, flitzt man auch ziemlich sparsam durch die Gegend.

Das hat uns weniger gefallen

Die integrierte Freisprechanlage ist ein Graus. Entweder funktioniert sie nur bedingt oder gar nicht. Zudem ist es im Cabriolet auch mit geschlossenem Verdeck ziemlich laut, was das Telefonieren mit Freisprechanlage zusätzlich erschwert.

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Bildergalerie Fiat 500 C Hybrid

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