FORD FOCUS - Vierte Auflage soll Kompaktklasse aufmischen

Der komplett neue Ford Focus will im hart umkämpften Segment der Kompakten zuletzt verlorenes Terrain wieder aufholen. Eine erste Probefahrt zeigt: die Chancen stehen gut!

Die Zahlen zum Ford Focus 1.5 Kombi

  • Motor: 1.5-R3-Turbobenziner (182 PS, 240 NM ab 1600 U./Min.)
  • Antrieb: Front
  • Getriebe: manuelles 6-Gang-Getriebe
  • Fahrleistungen: 0-100 km/h 8,5 s, Spitze 220 km/h
  • Masse: Gewicht 1408 kg, Kofferraum 608 bis 1653 Liter
  • Verbrauch: Werk 5,7 l/100 km, 129 g CO2/km
  • Listenpreis: ab 31 200 Franken (Basis: 1.0 Trend, 85 PS, Fünftürer, 18 900 Franken)
  • Konkurrenz: Fiat Tipo, Hyundai i30, Opel Astra, Peugeot 308, Renault Megane, Seat Leon, Skoda Octavia, VW Golf u.a.
  • Stand: 25.07.2018

Wem der Ford Focus 1.5 Kombi gefällt

All jenen, die bislang von fürstlichen Platzverhältnissen und dem grossen Kofferraum des Skoda Octavia Combi träumten. Die sich zudem ein äusserst ausgewogenes und dennoch dynamisches Fahrwerk wünschen und einen ausgezeichnet am Gas hängenden sowie drehfreudigen Motor schätzen. Und für all das nicht allzu viel Geld ausgeben wollen.

Perfektes Downsizing

Ford setzt beim Focus nur noch auf Vierzylinder-Diesel (95 bis 150 PS) sowie auf Dreizylinder-Benziner (85 bis 182 PS) mit 1,0 und 1,5 Liter Hubraum. War in der Schweiz bislang der Einliter-Benziner mit 125 PS der Bestseller, dürfte ihm der neu entwickelte, mit 1,5 Liter Hubraum etwas grössere und vor allem stärkere Dreizylinder-Turbo mit 182 PS wohl bald den Rang ablaufen. Denn dieses Triebwerk hängt ausserordentlich munter am Gas, arbeitet laufruhig und geräuscharm und entwickelt schon früh sein maximales Drehmoment. Zudem harmoniert der kleine Turbobenziner prima mit dem manuellen, sich präzise und knackig schalten lassenden 6-Gang-Getriebe.

Dynamisches Fahrwerk

Die Abstimmung im Focus ist grundsätzlich recht straff. Erfreulich, dass es für die stärkeren Focus-Modelle – wie unseren Testwagen ST-Line mit 182 PS – eine Mehrfachlenkerachse mit adaptiven Dämpfern gibt. Dies verhilft dem Kompaktkombi zusammen mit seiner steifen Karosseriestruktur zu einem sportlich-agilen Fahrverhalten. Sein Einlenkverhalten ist direkt, auf Lastwechsel reagiert der Kombi mit sanftem Eindrehen des Hecks, ohne dass dabei aber ein unsicheres Gefühl aufkäme.

Viel Platz und Ausrüstung

Im Vergleich zum Vorgänger ist der nun 4,67 Meter lange Focus Kombi um mehr als zehn Zentimeter in die Länge gegangen. Und zusammen mit dem ebenfalls längeren Radstand und den kürzeren Karosserieüberhängen wirkt sich dies positiv aufs Raumangebot aus. Fahrer und Beifahrer, aber auch die hinteren Passagiere geniessen soviel Schulterfreiheit wie in keinem anderen Auto dieser Klasse. Und auch beim Kofferraumvolumen erreicht der Focus Kombi fast schon die Dimensionen des diesbezüglichen Klassenprimus Skoda Octavia Combi.

Noch beeindruckender als das Platzangebot ist im neuen Focus das Angebot an Komfort- und Sicherheitssystemen. Schon der Vorgänger war diesbezüglich gut im Futter, doch die vierte Focus-Generation setzt mit dem Paket «Ford Co-Pilot360» punkto Assistenzsysteme neue Massstäbe in der Kompaktklasse.

Was uns bestens gefällt

Der neue Ford Focus ist kein Blender. Er sieht zwar elegant und sportlich aus, ist aber dennoch ein in erster Linie praktischer, sicherer und geräumiger Kombi. Der dank seinem ausgezeichneten Fahrwerk und dem munteren Motor auch Fahrspass bereitet. Und weil sein Preis fair kalkuliert ist, dürfte der Focus in der Schweizer Verkaufshitparade in seinem Segment wohl schon bald wieder deutlich weiter vorne als zurzeit auf Platz 8 zu finden sein.

Was uns weniger gefällt

Das Cockpit. Es wurde zwar dem neuen Fiesta angeglichen, also sind viele Bedienknöpfe aus dem Vorgänger eliminiert worden. Trotzdem kann der Focus mit seinen bieder wirkenden Analoganzeigen nicht mit den modernen Digitalanzeigen vieler Konkurrenten mithalten. Da hilft auch das erstmals im Focus erhältliche Head-up-Display wenig.

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Bildergalerie Ford Focus Kombi 2018

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