MERCEDES-BENZ SLS-CLASS - Die Legende bebt

Der Mercedes SLS AMG ist ein beeindruckender Hightech-Sportler. Optisch zollt er dem Flügeltürer 300 SL von 1954 Respekt. Bei der zeitgenössischen Konkurrenz holt er sich diesen lautstark zurück.

Die Ähnlichkeit des Mercedes SLS mit dem 300 SL Flügeltürer von 1954 ist – natürlich – beabsichtigt und gefällt. Denn die Türkonstruktion mutet nicht wie ein spätes Facelift an. Es ist die stilistisch sichere Neuauflage einer Ikone, die als extrem sportliches Synonym für die Marke Mercedes-Benz die Welt erobert hat.

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Wie der Vater, so der Sohn

Im Mercedes SLS AMG sitzt der Pilot wenige Zentimeter über dem Asphalt und hinter einer Motorhaube, die einem Smart als Parkplatz reichen sollte. Todschick, aber im Stadtverkehr eher ein Grund für Schweissausbrüche.

Hinter dem Fahrer kommt nicht mehr viel. Nur ein kurzes Heck, das den gelungenen Abschluss einer modernen Interpretation automobiler Geschichte gibt.

Starke Bescheidenheit

Während der 300 SL vor 55 Jahren neben seinen Flügeltüren auch mit revolutionärer Technik und bemerkenswerter Leistung überraschte, reissen die Leistungsdaten des SLS Sportwagenfans heute nicht bedingungslos vom Hocker. 571 PS klingen trotzdem vielversprechend.

Allerdings tummeln sich allein bei der Marke mit dem Stern bereits drei etablierte Kraftmeier, die deutlich mehr Leistung aus acht bzw. zwölf Zylindern stampfen: 612 PS sind es beim SL 65 AMG, auf 626 PS bringt es der SLR McLaren und im Fahrzeugschein des SL 65 AMG Black Series stehen sogar 670 PS.

Der Clou

Doch was sind schon Leistungsdaten auf dem Papier? Beiläufige Wahrnehmungen seiner Erscheinung hämmert der SLS spätestens mit dem Druck auf den Startknopf platt: Wenn der 6,2-Liter V8 gähnt, kracht´s. Beginnt er gleichmässig zu atmen, donnert´s. Und wenn die Fahrt losgeht, bebt der Boden.

Stimmig wie seine Linienführung, harmoniert der SLS AMG als Ganzes. Stemmt der rechte Fuss das Gaspedal voll durch, katapultiert sich der elegante Flügeltürer dank Doppelkupplungsgetriebe brachial nach vorne.

Bemerkenswert ist dabei auch die Haftung der hinteren Pneus. Sie sorgen allein für den Vortrieb, der erst bei 317 km/h an einer elektronischen Grenze endet. Vorher scheint die Wucht der Beschleunigung kaum nachzulassen.

Konkurrenz für die italienischen Platzhengste

Beeindruckende Dynamik und Haftung zeigt der SLS auch in den Kurven: Er liegt wie das oft zitierte „Brett auf der Strasse“ und folgt stets der gewünschten Linie. Natürlich hilft modernste Elektronik mit, die Leistung des SLS im Zaum zu halten.

Quasi perfekte Sitze und die leichte Bedienung aller Spielereien machen den Schönling zusätzlich alltagstauglich. Und auch wenn er seine Potenz nicht ganz so auffällig preisgibt, wie einige italienische Artgenossen, taugt er dennoch als eleganter Cafe-Racer. Trotz – oder eben gerade wegen – der nach oben aufklappenden Angeber-Türen.

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