MFK - Die Motorfahrzeugkontrolle in der Schweiz

Wer in der Schweiz ein Auto besitzt, kennt das Prozedere: alle paar Jahre flattert ein Aufgebot für die Motorfahrzeugkontrolle (MFK) ins Haus. So bereiten Sie Ihr Fahrzeug vor.

Autos auf den Schweizer Strassen sind im Schnitt acht Jahre alt. Und wie bei jedem Gebrauchsgegenstand schleichen sich mit den Jahren erste Defekte und Verschleisserscheinungen ein: Ein Wackelkontakt beim Blinker etwa. Oder Rost am Auspuff.

Im Interesse aller Verkehrsteilnehmer muss also der Staat gelegentlich prüfen, ob ein Fahrzeug noch den Mindestanforderungen bezüglich Betriebssicherheit genügt. Das Instrument dazu nennt sich Motorfahrzeugkontrolle, kurz MFK.

Wann muss ein Auto in die MFK-Prüfung?

Für Personenwagen und Motorräder gelten folgende Prüfungsintervalle:

  • Erste Prüfung: vier Jahre nach der ersten Inverkehrsetzung
  • Zweite Prüfung: drei Jahre nach der ersten Prüfung
  • Anschliessend muss das Fahrzeug alle zwei Jahre geprüft werden

Auf Wunsch des Fahrzeughalters kann ein Fahrzeug auch ausserhalb dieser Intervalle geprüft werden.

Eine "ausserordentliche Prüfungspflicht" gibt es zudem, wenn an einem Auto technische Änderungen – sprich: Tuning – vorgenommen werden. Was als technische Änderung gewertet wird, zeigt etwa diese Liste des Kantons Zürich.

Achtung: Wird ein Auto getunt, erhält der Halter kein automatisches Aufgebot zur Prüfung. Er ist deshalb selbst für eine Meldung an die Zulassungsstelle verantwortlich. Unterlässt er dies, riskiert er eine Busse.

Wie bereite ich das Auto auf eine MFK-Prüfung vor?

Grundsätzlich hat ein Fahrzeughalter die Pflicht, das Auto vor der Prüfung entsprechend vorzubereiten. Das heisst konkret: Es ist nicht nötig, das Auto in einen neuwertigen Zustand zu bringen.

Aber es muss sichergestellt werden, dass alle bei der MFK überprüften Funktionen und Bauteile einwandfrei funktionieren. Diese umfassen unter anderem die folgenden Bereiche:

  • die Identifikation des Fahrzeugs (Kontrollschilder, Dokumente)
  • die Bremsanlagen
  • die Lenkvorrichtung
  • die Sichtverhältnisse
  • die Beleuchtung und sonstige Elektronik
  • Fahrgestell, Achsen, Räder, Reifen und Aufhängung (Rost!)


Erwartet wird auch, dass das Fahrzeug sauber und gepflegt ist. Damit es bei der Prüfung keine üblen Überraschungen gibt, bietet der TCS etwa einen "MFK-Vortest" an. Alternativ macht eine Garage das Auto für die MFK flott.

Es bietet sich allerdings an, einen schriftlichen Kostenvoranschlag zu verlangen. So können Sie bei älteren Fahrzeugen auch gleich abschätzen, ob sich der Aufwand noch lohnt. Als Richtwert für die MFK-Vorbereitung inkl. Reinigung gibt der TCS einen Betrag von 300-500 Franken an.

Was passiert, wenn der Prüfer Mängel beanstandet?

Erfüllt Ihr Auto nach Ansicht des Prüfers die Mindestanforderungen bezüglich Verkehrssicherheit nicht, wird eine Nachkontrolle fällig. Der Prüfer vermerkt die festgestellten Mängel auf dem Prüfbericht. Sie müssen diese Mängel nun innert 30 Tagen beheben.

Je nach Wohnkanton gibt es aber gewisse Unterschiede: In einigen Kantonen reicht es, wenn Garagisten kleine Mängel beheben, dies auf der Rückseite des MFK-Prüfberichtes bestätigen und diesen mit dem Fahrzeugausweis an die Prüfstelle schicken.

Andere Kantone verlangen dagegen auch bei kleineren Mängeln, dass das Auto nochmals vorgeführt wird. Was für eine Regel in Ihrem Wohnkanton gilt, erfahren Sie bei der Prüfstelle oder dem Strassenverkehrsamt.