PORSCHE BOXSTER - Fahrspass nach oben offen

Von eingefleischten Porsche 911-Fans wird der Boxster und sein geschlossener Bruder Cayman nur belächelt. Als GTS mit 365 PS schliessen sie aber leistungsmässig zur Porsche-Ikone auf.

Zahlen zum Porsche 718 Boxster GTS

  • Motor: 2.5-R4-Turbobenziner (365 PS, 420 Nm ab 1900 U./Min.)
  • Antrieb: Heck
  • Getriebe: 6-Gang manuell
  • Fahrleistungen: 0-100 km/h 4,6 s, Spitze 290 km/h
  • Masse: Gewicht 1279 kg, Kofferraum 300-1146 Liter
  • Verbrauch: Werk 9,0 l/100 km, 205g CO2/km, Energie G
  • Testwagenpreis: Ab 103 700 Fr. (Cayman 718 GTS ab 101 000 Fr.)
  • Basispreis: Porsche 718 Boxster, (300 PS) ab 72 600 Fr.
  • Konkurrenten: Alfa 4C Spider, Corvette Stingray Cabrio, Jaguar F-Type Roadster, Mercedes AMG SLC 43.
  • Stand: 29.01.2018

Wem der Porsche 718 Boxster GTS gefällt

Der 718 Boxster GTS wendet sich an alle Fans des genussvollen Schnellfahrens. Mit 365 PS fehlen im nur noch 5 PS zum Porsche 911. Aber auch das langsame offene Flanieren auf den Boulevards der Welt beherrscht der Zweisitzer perfekt – besonders mit der PDK-Automatik. 

Modern und traditionell

Der Boxster greift auf die zeitlose Silhouette der alten Renn-Porsche 550 und 718 zurück. Immer noch ein Augenschmeichler, kommt der Basis-Boxster für einen Sportwagen eher dezent und zierlich daher. Mit seinen abgedunkelten Scheinwerfern und Rückleuchten und den schwarzen 20-Zoll-Felgen wirkt die GTS-Version gleich viel sportlicher.

Asketisch aber schick

Mustergültig und damit typisch Porsche präsentiert sich das Interieur. Die Qualität ist bestechend, Material und Verarbeitung erstklassig, wie man es von einem Sportwagen dieser Preisklasse erwarten darf aber von der Konkurrenz nicht immer bekommt. Wichtiger noch: Man fühlt sich beim Platznehmen sofort bestens in die Fahrmaschine integriert. Die Sitzposition ist perfekt UND bequem. Das übersichtliche Cockpit lenkt nicht vom Schnellfahren ab. Mit geschlossenem Verdeck wirkt der Boxster wie eine gemütliche Höhle. Aber offen die Natur und den Fahrtwind zu geniessen, bleibt das Highlight des Mittelmotor-Zweisitzers.

Vier Töpfe mit Lader

Zu hören ist beim Start nicht viel. Der Turbolader im Auslasstrakt dämpft den Sound des Vierzylinder-2,5-Liter-Boxers fast komplett weg. Schade, denn ein Sportwagen sollte schon auch wie einer klingen. Dafür schätzt man den Turbodruck beim flotten Ampelstart. Benötigte der alte Sechszylinder-Sauger stets Drehzahlen, um in Schwung zu kommen, entfaltet der Turbo schon ab 1900 U/min. sein maximales Drehmoment von 420 NM (430 NM mit PDK). Ab 4000 Umdrehungen klingt er dann endlich wie ein Porsche. Fährt man gemütlich, soll man mit unter zehn Litern Verbrauch auskommen. Aber wer will das schon?

Agil und offen

Auch das Fahrverhalten animiert zum flotten Kurventanz. Derzeit gibts wohl keinen offenen mittelmotorisierten Sportwagen, der sich harmonischer fährt. Perfekt austariert schwingt sich der Mittelmotor-Roadster von einer Kurve zur nächsten und auch im Grenzbereich flösst der Boxster dem Fahrer Vertrauen ein. Wer es noch einen Tick sportlicher haben will, der greift zum baugleichen Coupé 718 Cayman GTS. Der wäre dann die erste Wahl der Vierzylinder-Porsche für schnelle Autobahnetappen und gelegentlichen Ausflügen auf dem Rennkurs.

 

Was uns bestens gefällt

Unglaublich, was für eine Ausgewogenheit der Boxster mit Mittelmotor an den Tag legt. Selbst unbedarfte Fahrer fühlen sich sofort wohl und kommen mit dem 365-PS-Boliden gut zurecht. Zudem wirkt er solide wie eine Burg und lässt sich auch im Alltag problemlos bewegen.

 

Was uns weniger gefällt

Den von Porsche so gewohnten Sechszylinder-Sound vermissen wir halt schon ein bisschen. Der turbogedämpfte Vierzylinder kann nicht mit dem aggressiven Fauchen eines Saugers mithalten. Und die Preisgestaltung von Porsche ist bei aller Perfektion des Produkts sehr selbstbewusst.

 

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