PORSCHE 911 - Ikonenhaft gut

Im März startet die achte Auflage des Porsche 911. Und nach einer ersten Testfahrt können wir mit gutem Gewissen sagen: Einen perfekteren 911er haben die Schwaben noch nie gebaut.

Zahlen zum Porsche 911 Carrera S/4S

  • Motor: 3.0-B6-Biturbo-Benziner (450 PS, 530 Nm bei 2300-5000 U./Min.)
  • Antrieb: Heck/Allrad

  • Getriebe: 8-Gang-Doppelkupplungsgetriebe

  • Fahrleistung: 0-100 km/h 3,4 bis 3,7 s, Spitze 306 bis 308 km/h

  • Masse: Gewicht ab 1515 kg, Kofferraum 132 Liter

  • Verbrauch: Werk 8,9 bis 9,0 l/100 km, 205 bis 206 g CO2/km, Energie F

  • Basispreis: ab 156'700 Franken

  • Konkurrenten: Audi R8, Bentley Continental GT, BMW 8er, Jaguar F-Type, McLaren 540C, Mercedes-AMG GT, u.a.

  • Stand:  01.02.2019

Wem der Porsche 911 gefällt

Die weltweite Fangemeinde darf jubeln: Besser war der 911er definitiv noch nie! Die Sportwagen-Ikone schlechthin geht bereits in die achte Auflage und macht alles noch etwas perfekter als der Vorgänger. Ob im Alltag oder auf der Rennstrecke, auf engen Landstrassen oder der deutschen Autobahn – der neue Elfer macht überall eine gute Figur.

 

Neu und ganz der Alte

Obwohl seit der Erstauflage mittlerweile 55 Jahre vergangen sind, bleibt der Neue ein waschechter Elfer. Auch optisch: Die Rundscheinwerfer erstrahlen jetzt in neuer Vier-Punkt-Tagfahrlicht-Signatur, die Haube ist mit markanten Vertiefungen versehen – eine Ode an den Urahn. Am Heck gibts neu ein durchgängiges LED-Leuchtband, vertikale Lamellen (neun je Seite) und ein vertikales Bremslicht im «11er»-Look – nette Details.

 

Der Ur-Elfer im Geiste

Auch innen setzt der 911er auf Retro: Das Armaturenbrett ist wie bei den ersten Generationen horizontal ausgerichtet, puristisch gestaltet und mit nur noch wenigen Knöpfen für die wichtigsten Funktionen versehen. Im Cockpit ist der analoge Drehzahlmesser – ebenfalls eine Anleihe an den Ur-Elfer – von je zwei digitalen, frei konfigurierbaren Instrumenten umrahmt.

 

Mehr Power, mehr Speed

Selbstredend muss der Neue schneller sein als sein Vorgänger. Das schafft der Elfer, der vorerst als Carrera S und Carrera 4S (mit 4x4) startet, zum einen durch die Mehrleistung des Sechszylinder-Biturbo-Boxermotors: Die Power steigt um 30 auf nun 450 PS (530 NM), womit es in 3,7 (4S in 3,6) Sekunden, mit optionalem Sport-Chrono-Paket gar in 3,5 (4S: 3,4) Sekunden auf Tempo 100 geht. Der Topspeed steigt auf 308 (306) km/h.

 

Der Elfer ist noch gieriger

Das fühlt sich dann so an: Nach einem Turbo-Gedenk-Sekundenbruchteil prescht der Elfer unter herrlichem, kehlig heiserem Boxerklang los, als gäbs kein Morgen. Hier haben die Ingenieure auch soundtechnisch tolle Arbeit geleistet. Und nicht nur dort: Mit einem Kniff aus dem Rennsport (weichere Stabis, härtere Federraten) und neu serienmässiger Mischbereifung (20-Zöller vorne, 21er hinten) nimmt der Elfer jetzt Kurven nochmals gieriger und präziser. Das neue 8-Gang-PDK schaltet dabei unter Volllast noch schneller – automatisch oder via Paddels am Sportlenkrad.

 

Was uns bestens gefällt

Wie perfekt und zugleich gelassen sich der 911er über den Asphalt jagen lässt, ist beeindruckend. Neben all den technischen Neuerungen gibts nun sogar einen Wet-Mode für sicheres Fahren auf nassem oder schneebedecktem Untergrund: Sensoren messen den Strassenzustand, warnen vor Aquaplaning und verbessern Traktion und Stabilität.

 

Was uns weniger gefällt

Es ist ein Meckern auf höchstem Niveau: Die versenkbaren Türgriffe helfen sicher der Aerodynamik, erweisen sich beim Öffnen aber als etwas fummelig. Und die kleine Stufe im Armaturenbrett und die Flächen um den filigranen Gangwahlhebel dürften wohl vor allem ein Staubfänger sein. Auch das Navi könnte punkto Präzision kleinere Verbesserungen vertragen. Und am Schluss bleibt noch der Preis - ab mindestens 156’700 Franken. Das sind happige runde 20’000 Franken mehr als beim Vorgänger.

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Bildergalerie Porsche 911 (2019)

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