PORSCHE 911 - Mehr Spass mit Offenheit

Porsche schickt den alten 911er mit dem neuen Speedster in Rente. Mit Handschaltung und Saugmotor bietet der offene Zweisitzer puristischen Fahrspass!

Die Zahlen zum Porsche 911 Speedster

  • Motor: 4.0-Liter-B6-Sauger-Benziner (510 PS, 470 NM ab 6250 U./Min.)

  • Antrieb: Heck

  • Getriebe: 6-Gang-Handschaltung

  • Fahrleistungen: 0-100 km/h 4,0 s, Spitze 310 km/h

  • Masse: Gewicht 1465 kg, Kofferraum 125 Liter

  • Verbrauch: Werk 13,8 l/100 km, 317 g CO2/km, Energie G

  • Testwagenpreis: ab 351’000 Franken

  • Konkurrenten: Aston Martin DB11 Volante, Ferrari 488 Spider, McLaren 570S Spider, Mercedes-AMG GT Roadster u.a.

  • Stand: 20.05.2019

Wem der Porsche 911 Speedster gefällt

Geniessern, die gerne unter freiem Himmel am Steuer eines rasanten, offenen Zweiplätzers über kurvenreiche Strassen flitzen. Die zudem lieber Sauger- als Turbopower mögen, und sich nicht zu schade sind, ein Getriebe manuell zu schalten.

Feiner Unterschied

Einleitend eine kurze Erklärung: Während die neuen Carrera-Modelle schon auf der nächsten 911er-Baureihe 992 aufbauen, basiert der neue Speedster noch auf dem GT3 der alten Baureihe 991. Entsprechend verfügt der Speedster über lackierte vertikale Streben und nicht über den neuen durchgehenden schwarzen Kühlergrill der nächsten Generation. Und vom GT3 stammt auch die Abluftöffnung vor der Karbon-Haube. Speedster typisch ist die verkürzte Windschutzscheibe, die vom 718 Boxster übernommen wurde. Absolut eigenständig dagegen ist das Heck mit sehr flacher Linie und den beiden Höckern hinter den Sitzen. Es handelt sich dabei um das grösste Karbonbauteil, das Porsche je in einem Strassenauto verbaut hat.

Echte Handarbeit

Jeder der künftigen Speedster-Besitzer dürfte das zu schätzen wissen. Denn die Abdeckung muss jedes Mal manuell von Hand hochgehoben werden, wenn man das Stoffverdeck öffnen bzw. schliessen will. Einzig die Ent- und Verriegelung funktioniert komfortabel per Knopfdruck aus dem Cockpit. Auch sonst dominiert im Innenraum des Speedster Purismus: Stoffschlaufen ersetzen konventionelle Türgriffe, Navi und Radio gibts nur als Option – immerhin ohne Aufpreis. In heutigen Sportwagen mittlerweile selten und ebenfalls ein Ausdruck von Purismus: die serienmässige 6-Gang-Handschaltung!

Vollgas

Doch diese manuelle Schaltung macht Freude! Die Schaltkulisse ist präzise, die Schaltwege sind knackig kurz. Und: Während des Schaltens müssen wir den Gasfuss nicht lupfen. Aus- und wieder einkuppeln reicht, den Rest erledigt die Technik – auch wenn es zu Beginn etwas Überwindung braucht, das rechte Pedal einfach durchgetreten zu lassen. Der 510 PS starke Vierliter-Boxer-Sauger hängt schon ab 2000 Umdrehungen sensationell am Gas und lässt sich unter Kreischen bis über 9000 Touren hochjagen. Die präzise Lenkung reagiert auf feinste Korrekturen, das straffe Fahrwerk lässt uns ein gutes Gefühl für die Strasse haben. 

Was uns weniger gefällt

Schon jetzt ist klar, der 911 Speedster wird ein Sammlerstück. Das liegt nicht nur am absurden Preis von mindestens 351’000 Franken, sondern auch an der limitierten Auflage von genau 1948 Stück (1948 ist das Geburtsjahr des Porsche 356). Zudem verstehen wir nicht ganz, weshalb der sonst so puristische Speedster über derart viele technische Helfer verfügt. Da gibts nur Türschlaufen und kein Radio, dafür adaptive Dämpfer, Antischlupfregelung und gar Allradlenkung...

Was uns bestens gefällt

Der Hecktriebler überzeugt, nicht zuletzt dank seiner Allradlenkung, mit sensationeller Strassenlage. Als Fahrer fasst man schnell Vertrauen ins Fahrzeug, auch bei höheren Tempi. Trotz der sehr sportlichen GT3-Abstimmung bleibt der 911 Speedster aber auch auf längeren Fahrten bequem. Er kombiniert so eindrücklich den Fahrspass eines Sportwagens mit dem gemütlichen Cruisen eines Cabrios.

1800 / 1600 1.125

Bildergalerie Porsche 911 Speedster

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