PORSCHE 918 - Die Elektro-Rakete

Wer sagt denn, dass Stromer keinen Spass machen dürfen? Porsche zeigt mit dem 918 Spyder, was für ein Potential in Hybridantrieben steckt.

Porsche Occasionen

„Drei Liter? Auf hundert Kilometer? In einem 700 PS starken Porsche? Sehr witzig!“ Ungefähr so lassen sich die Reaktionen zusammenfassen, als Porsche am Genfer Autosalon 2010 das Konzeptmodell 918 Spyder vorgestellte.

Erst einige Monate später wurde klar: die machen keine Witze und bauen das Auto wirklich. An der IAA in Frankfurt wurde das fertige Serienmodell nun der Öffentlichkeit gezeigt. Was blieb von den 2010 gemachten Versprechen?

Nachfolger im Geiste

Zum Beispiel die schicke Optik. Der 918 Spyder ist auf den ersten Blick als direkter Nachfolger des von 2003 bis 2006 produzierten Carrera GT erkennbar. Roadster-Form, zwei Sitze, Targa-Dach, Motor im Genick und ein massiver Heckflügel, der bei Bedarf mehr Abtrieb erzeugt.

Grösster Unterschied zum 2010 gezeigten Modell sind die Top Pipes: Die Abgasendrohre münden im oberen Heck unmittelbar über dem Motor. Der Vorteil? Eine bessere Wärmeabfuhr. Und Akustik.

Im Interieur dominiert die übliche Porsche-Optik: viele Infos, übersichtlich präsentiert. Ein besonderes Schmankerl ist das riesige Bedienelement in der hochgezogenen Mittelkonsole. Die gesamte Konstruktion wiegt leer etwas über 1,6 Tonnen.

Grünes Mäntelchen

Diskussionen über die Optik sind schön und gut, was wirklich zählt ist unter dem Blech. Oder in diesem Fall unter dem CfK-Monocoque. Grundsätzlich ist der 918 Spyder ein Parallel-Vollhybrid. Das heisst: für den Antrieb sorgt ein Allradkonzept mit drei Motoren. Ein 4,6 Liter grosser V8-Benziner (608 PS) und Elektromotor über die Hinterachse (115 kW) sowie ein Elektromotor über die Vorderachse (95 kW). Diese Kombination leistet zusammen maximal 887 PS.

Der Clou? Für eine möglichst grosse Bandbreite definierten die Porsche-Entwickler insgesamt fünf Betriebsmodi, die in Anlehnung zum Motorsport über einen “Map-Schalter” im Lenkrad aktiviert werden. Der Basismodus „E-Power“ fährt im Idealfall über 30 Kilometer weit rein elektrisch, im “Hybrid”-Modus arbeiten Elektro- und Verbrennungsmotor abwechselnd mit Fokus aus möglichst tiefem Verbrauch.

Ritt auf der Kanonenkugel

Falls einem der Sinn nicht nach ökologischer Fahrweise steht, bietet sich der “Sport-Hybrid”-Modus an. Jetzt ist der Benziner immer aktiv, die Elektromotoren liefern analog zur Formel 1 einen Extra-Boost, falls nötig. In „Race-Hybrid“ ist zusätzlich noch das Siebengang-PDK-Doppelkupplungsgetriebe etwas sportlicher ausgelegt. Und wer den 918 Spyder wirklich an sein Limit prügeln will, wählt den „Hot Lap“-Modus, der alle ausreizt.

Klar: wer das tut, der verabschiedet sich sehr schnell von den theoretischen 3,3 Liter Verbrauch auf hundert Kilometer. Aber hey, 100 km/h sind so in 2,8 Sekunden erreicht, die 200er-Marke fällt nach knapp acht Sekunden und nach 23 Sekunden kann man der deutschen Premium-Konkurrenz auf Wiedersehen sagen. In der Theorie sollen 340 km/h möglich sein – fragt sich nur wo.

Und wo wir schon bei unrealistischen Werten sind: Porsche verlangt mindestens 724‘900 Euro für einen 918 Spyder. Wer noch „es bitzeli meh“ möchte, knallt 792‘200 Euro für das „Weissach“-Paket auf den Tisch. Der Gegenwert die 67'300 Euro Aufpreis? 35 Kilo Gewichtsverlust, ein paar optische Goodies und Sechspunktgurte für Fahrer und Beifahrer.

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