Seat Leon 4 - Aufbruch in ein neues Zeitalter

Mit 2,2 Millionen Exemplaren seit 1999 ist der Leon der meistverkaufte Seat aller Zeiten. Im April rollt nun die vierte Generation des Kompaktwagens an den Start. Dank Technik des VW Golf 8 weist das neue Modell der spanischen Marke den Weg in eine digitale, vernetzte und elektrifizierte Zukunft.

Der Seat Leon 4 in Zahlen

  • Motoren: 1,0-l- bis 2,0-l-Benziner, Diesel, Erdgas, Mild-Hybrid (48 V) und Plugin-Hybrid mit 90 bis 204 PS.
  • Antrieb: Front-/Allradantrieb
  • Getriebe: 6-Gang-Handschalter, 6- und 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe
  • Fahrleistungen: k. A.
  • Masse (5-t/Kombi): Länge 4,37/4,64 m, Breite 1,80 m, Höhe 1,45/1,46 m, Radstand 2,69 m
  • Verbrauch: k. A.
  • Preise: k. A.
  • Konkurrenten: Alfa Romeo Giulietta, Audi A3, BMW 1er, Ford Focus, Hyundai i30, Kia Ceed, Opel Astra, Peugeot 308, Renault Mégane, Skoda Octavia, VW Golf.
  • Stand: 31. Januar 2020

Wem der neue Seat Leon gefällt

Wie alle bisherigen drei Leon Generationen basiert auch das neue Modell auf dem VW Golf. So verfügt der Leon 4 über dieselbe fortschrittliche Technik wie der Golf 8. Doch dank einem komplett unterschiedlichen Designansatz – südländisch extrovertiert statt nordisch kühl – erfüllt er ganz andere Kundenwünsche. Also wer lieber in Barcelona, der Heimat des Seat Leon, als in Hamburg shoppen geht, wird begeistert sein vom neuen Seat Leon.

Selbstbewusst, digital, vernetzt

Der neue Seat Leon ist ein Schönling. Die Proportionen mit langer Motorhaube, geschwungenem Dach und knackigem Heck sind perfekt. Die Front ist der des grossen SUV Tarraco nachempfunden, mit sechseckigem Kühlergrill und flachen LED-Scheinwerfern. Und das Heck gefällt durch das durchgängige LED-Lichtband zwischen den Rücklichtern. Ob als 5-Türer oder als Sportstourer (Kombi), der Spanier strahlt bereits im Stand viel Dynamik aus.

Im Vergleich zum Vorgänger ist der neue Leon in der Länge um 9 cm auf 4,37 bzw. 4,62 m gewachsen. Mit 1,80 m ist er jedoch 1,6 cm schmaler ausgefallen und auch die Fahrzeughöhe ist mit 1,45 bzw. 1,46 m leicht geringer. Der Radstand beträgt 2,69 m, exakt 5 cm mehr als beim Leon 3.

Im Innenraum setzt sich das ansprechende Design fort. Das glattflächige und schlanke vermittelt ein Gefühl von Leichtigkeit. Besonders viel Wert legte man auf ein perfektes Zusammenspiel von edlen und weichen Kunststoffen, Textilien und Leder. Auch beim Platzangebot hat der Leon zugelegt. Trotz geringerer Fahrzeughöhe gibt es auch für Grossgewachsene ausreichend Kopffreiheit. Und dank dem weiteren Radstand ist der Bein-/Fussraum gewachsen. Als Fünftürer bietet der Kompaktwagen ein Gepäckraumvolumen von 380 Litern (wie Vorgänger), der Sportstourer fasst 30 Liter mehr, neu 617 Liter.

Mittelpunkt im Interieur ist das voll digitale Cockpit mit 10,25 Zoll Bildschirm hinter dem Lenkrad und 10-Zoll-Infotainment-Display mit Gestensteuerung auf der Mittelkonsole. Das «diagonale» Grafikdesign des zentralen Bildschirms wurde von der Avinguda Diagonal, einer bedeutenden Allee in Barcelona, inspiriert. Ausserdem verfügt der neue Seat Leon über eine intelligente Sprachbedienung, die mit «Hola, hola» aktiviert wird und ist dank dem Full Link-System (Android Auto und drahtloser Zugang zu Apple CarPlay) sowie Online-Navigations- und Infodiensten voll vernetzt.

Benzin, Diesel, Gas, Hybrid

Der neue Seat Leon ist mit konventionellen und alternativen Antriebsarten erhältlich, doch wie schon der Golf 8 ohne reinen Elektro-Antrieb. Die 3- und 4-Zylinder-Benziner verfügen über Direkteinspritzung und Turboaufladung. Die 1,0, 1,5 oder 2,0 Liter grossen Aggregate erzielen eine Leistung zwischen 90 PS und 190 PS. Beim Diesel handelt es sich um einen 2-Liter-4-Zylinder in zwei Leistungsstufen – 115 und 150 PS. Mit letzterem ist der Leon Sportstourer auch mit 4x4 lieferbar, als einziges Modell in der Palette.

Bereits Tradition hat bei Seat der Erdgasantrieb. Der mit CNG betankbare 1.5-TGI-Motor leistet 130 PS. In dieser Variante verfügt der neue Leon über drei Gastanks mit einem Gesamtnettovolumen von 17,3 Kilogramm. Mit nur einer Tankfüllung ist somit eine Reichweite von beeindruckenden 440 Kilometern möglich. Sind die CNG-Tanks leer, schaltet der Motor automatisch auf Benzinbetrieb um.

Wie sein Wolfsburger Bruder ist der neue Seat Leon jetzt auch als effizienter Mild-Hybrid bestellbar. Zur Auswahl stehen ein 1.0 eTSI mit 110 PS und ein 1.5 eTSI mit 150 PS. Beide Aggregate vereinen einen Verbrennungsmotor mit einer 48-Volt-Mildhybrid-Technologie.

Das technisch aufwändigste und mit 204 PS stärkste Leon-Modell ist der Plug-in-Hybrid. Sein Antrieb besteht aus einem 1.4-TSI-Benziner, einem 13 kWh starken Lithium-Ionen-Akku und 6-Gang-DSG. Der Plug-in-Leon erreicht eine rein elektrische Reichweite von rund 60 Kilometern – perfekte Bedingungen für energieeffizientes Fahren oder für rein elektrische Kurzstrecken in der Stadt.

Dynamisch, sicher, vorausschauend

Der neue Seat Leon glänzt auch mit einer Reihe neuer Fahrassistenten. Zum Beispiel mit der adaptiven Fahrwerksregelung DCC. Das System überwacht kontinuierlich die Fahrbahnbedingungen und berücksichtigt dabei Lenkwinkel sowie Brems- und Beschleunigungsvorgänge. Auf Grundlage dieser Informationen erfolgt die Anpassung des Fahrwerks. Das Ergebnis ist ein gleichermassen komfortables wie dynamisches Fahrgefühl und eine deutlich höhere Sicherheit.

Die automatische Distanzregelung (ACC) mit vorausschauender Geschwindigkeitsregelung kann die Position des Fahrzeugs mithilfe der vom Navigationssystem gelieferten Routen- und GPS-Daten bestimmen und seine Geschwindigkeit in Abhängigkeit von der Strassenführung korrigieren.

Und mit der Travel-Assist-Funktion beherrscht der Seat Leon der vierten Generation nun auch autonomes Fahren. Das System nutzt Informationen, die von der automatischen Distanzregelung ACC und dem Spurassistenten geliefert werden, um das Fahrzeug aktiv in der Fahrspur zu halten und die Geschwindigkeit an den Verkehrsfluss anzupassen. Auch bei Überholvorgängen arbeitet das System: Der Fahrer muss nur noch den Blinker setzen und das Fahrzeug führt das Überholmanöver eigenständig durch, sobald es die Verkehrssituation erlaubt.

Was uns weniger gefällt

Fahren konnten wir bei der Weltpremiere im Seat-Werk in Martorell bei Barcelona nicht. Beim Probesitzen haben wir nichts Negatives bemerkt. Nur beim Blick in den Kofferraum des 5-türigen Plug-in-Hybriden ist uns aufgefallen, dass der Akku ganz schön viel Platz wegnimmt – Literangaben dazu gibt es noch keine.

Was uns besonders gefällt

Die unglaubliche Vielfalt an Antriebsmöglichkeiten. Ob mit sauberen Dieseln und Benzinern, CO2-neutralem Erdgas, Mild- und Plugin-Hybrid – der neue Seat Leon erfüllt alle Wünsche. Nur der Vollelektroantrieb fehlt, der ist dem El Born vorbehalten, einem Schwestermodell des VW ID.3, das Ende Jahr auf den Markt kommt.

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Bildergalerie Seat Leon 4