SKODA FABIA - Kermit kann was

Neu erfunden, um ganz der Alte zu bleiben: Auch der dritte Fabia fährt jenen Kurs, der Skoda die Kunden bringt – tagsüber brav, abends trotzdem lustig.

Die Zahlen zum Skoda Fabia 1.4 TDI 105:

  • Motor: 1.4-R3-Turbodiesel (105 PS, 250 NM bei 1750 bis 2500 U./Min.)
  • Antrieb: Front
  • Getriebe: 5-Gang-Schaltgetriebe
  • Fahrleistungen: 0-100 km/h 10,1 Sekunden, Spitze 193 km/h
  • Masse: Gewicht ab 1'165 kg, Laderaum 330 bis 1150 Liter
  • Norm-/Testverbrauch: 3,5/5,5 Liter auf 100 km

Was der tiefe Griff in den Farbtopf doch ausmacht: Im Kermit-Look prickelt dieser Kleinwagen gleich poppiger auf unserer Netzhaut. Schade, dass wir Schweizer automobil zur Farbenblindheit neigen, denn an sich bleibt der 3,99 Meter kurze Fünftürer sich natürlich treu. Sofort als Fabia erkennbar soll er sein und hat zwar an Schneid zugelegt, traut sich aber keine Experimente. Silber wirds da schläfrig.

Grüner wirds nicht

Aber die Kunden mögens, und innen stimmt alles. Der enorme Gepäckraum ist für Hinterbänkler keine schlechte Neuigkeit: Ganz unversehrt von Dachkontakt, die Knie noch nicht im Vordersitz – also alles im grünen Bereich. Leider ergeben geklappte Sitze keine ebene Fläche.

Das so gesparte Geld wird dafür im Cockpit verwendet. Die Türpanelen sind billig, aber was das Auge oft sieht, ist weich und fein. Die Blende über dem Handschuhfach? Fast oberklassig. Unser Kompliment!

Es grünen die Ideen

Klar, Aufregung an Bord hasst auch dieser Skoda; bitte übersichtlich, bitte leicht bedienbar, statt Valium ein Blick auf die Instrumente. Dafür freut man sich über die Kleinstigkeiten: Halter für Parkticket, Handy und Parkscheibe; Eiskratzerfach im Tankdeckel; gigantisches Handschuhfach; und, und, und.

Und Multimedia! Während ein Seat Leon sich mit Systemen aus dem alten Golf begnügt, darf der kleine Skoda in der Neuzeit räubern. Strategisch verstehen wirs nicht, wohl aber freuen wir uns über die Wischen-Fingerspreizen-Smartphone-Mirror-Link-Show.

Geil statt nur grün

Eine Galavorstellung gelingt auch dem frischen TDI. Nie haben wir drei so kleine Dieseltöpfe so in Partylaune erlebt: Beim Start verschlucken sich die 105 VW-Regalpferde, drücken dann aber massig Drehmoment durchs knackige Getriebe und orgeln locker hoch, als schluckten sie Drogen statt Diesel.

Weil das gefühlte Temperament die Papierwerte schlägt, vergeben wir das Startgeschüttel und den rauen (nie zu lauten) Lauf sowie spassfrei viereinhalb, gesamt fünfeinhalb Liter.

Im grünen Bereich

Das liegt eben auch am Funfaktor. Wie der Antrieb weckt das Fahrwerk (bei uns Sportfahrwerk für nur 160 Franken extra) den Lausbub, ohne den Rücken in die Orthopädie zu überweisen. Ausgewogen ja, langweilig nein – Familie zufrieden, Papa grinst. Besonders gut gefällt die Lenkung.

Angesichts dessen schauen wir vorsichtig in die Preisliste: Kommt beim Testwagen, Topversion „Style“ mit üppig Extras, der Preisschock? Nun ja: 27'670 Franken (noch ohne Rabatte) sind zwar kein Superbudgetpreis mehr, aber fürs Gebotene günstig: Bunt macht fröhlich.

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