Spritspartechnologien - Säufer? Das war gestern

Elektro, Hybrid, Downsizing, Start-Stopp, Zylinderabschaltung – die Spritspartechniken spriessen bunt. Welche bringt‘s – und für welchen Einsatzbereich?

Die Emissionsziele der Politiker und der hohe Spritpreis zwingen uns zum grünen Glück – und machten Öko zum Verkaufsargument. Eine spannende Technologie- und Marketingschlacht ist in vollem Gange.

Kaum ein Hersteller kommt noch ohne Ökolabel aus - wie Mercedes mit "Bluetec" oder Blue Efficiency, Skoda mit "Greenline" oder VW mit "BlueMotion". Der Zweck ist klar: Werbung für die jeweiligen Spritsparwunder. Einzig die üblichen Verdächtigen wie die, jene, oder diese da scheren sich (noch) nicht gross darum.

Die Folge: Eine Menge Öko-Innovationen stecken als Standard oder Option in den Neuwagen. Angesichts dieser tollen Auswahl stellt sich die Frage: Was bringt‘s? Hier ein kleiner Leitfaden.

Elektro und Hybrid: Champions der Stadt und der Zukunft

Obwohl Voll-Elektriker wie der Opel Ampera noch die Ausnahme sind, stromert es in allen PW-Segmenten. Und darüber hinaus, wie der Erfolg des vollelektrischen Renault Twizy zeigt, der zu den Quads gezählt wird. Kleinwagen wie der Toyota Yaris und SUV’s wie der VW Tuareg oder der BMW X6 können mittlerweile mit einen E-Hilfsmotor geordert werden.

Elektro ist enegieeffizient. Zwei Drittel der Energie gelangt in die Fortbewegung. Beim Verbrenner sind es maximal 30 Prozent. Wegen begrenzter Batteriekapazität eignet sich Elektro vor allem für Kurzstrecken, sprich innerorts. „Im Stadtverkehr können Hybridfahrzeuge ihre Stärke demonstrieren“, so Experte Marco Schärer vom TCS. Doch nicht nur. „Wir legen im Schnitt täglich 37 Kilometer im Auto zurück. Für die alltäglichen Wege ist daher das Elektroauto das ideale Gefährt“, so Schärer.

Auch Schlachtschiffe wie den BMW X6 gibt's heute mit Hybridantrieb. Auch Schlachtschiffe wie den BMW X6 gibt's heute mit Hybridantrieb.

 

Die Folge? Elektro wird preisgünstiger. Die Experten prognostizieren den Stromern eine rosige Zukunft. Mit dem Aufbau weiterer Produktionskapazitäten werden die noch relativ hohen Batteriepreise massiv fallen. Die Mobilitätsakademie des TCS verweist auf eine McKinsey-Studie, die besagt, dass ein Verbrenner im Jahr 2020 nur dann preislich ökonomischer sein wird, wenn der Benzinpreis auf rund die Hälfte fällt.

Downsizing-Benziner: der treue Alltags-Begleiter

Kraftzwerg: der Zweizylinder- "TwinAir"-Motor von Fiat steckt unter anderem im 500.
Grösse zählt – nun auf einmal andersrum. In der Mittelklasse reichen auf einmal vier statt sechs Zylinder, bei Kleinwagen kommen Drei- oder sogar Zweizylindermotoren zum Zug.

Die Gleichung: Kleinere Motoren und weniger Zylinder gleich weniger Verbrauch, da weniger Gewicht und weniger innere Reibung. Leistung herausgekitzelt wird mit Direkteinspritzung und Turboaufladung.

Besonders zum Tragen kommen die Vorteile der kleinen, feinen Antriebe im Kurzstrecken- bzw. Stadtverkehr mit seinen vielen Leerlaufphasen und im Teillastbetrieb. Die im Vergleich zu Elektroautos preisgünstigen Benziner sind also vor allem geeignet für die tägliche Geduldsprobe zur Arbeit.

Kraftzwerg: der Zweizylinder- "TwinAir"-Motor von Fiat steckt unter anderem im 500. Kraftzwerg: der Zweizylinder- "TwinAir"-Motor von Fiat steckt unter anderem im 500.

 

Diesel: für die lange (und häufige) Ferienfahrten

„Diesler sind für Vielfahrer und Langstreckler“, hiess es früher. Das gilt, vor allem wenn man die Kosten betrachtet, auch heute noch. „Diesel wird tendenziell erst ab 15‘000 km pro Jahr rentabel“, so Marco Schärer vom TCS.

Erst dann rechnet sich der tendenziell höhere Anschaffungspreis, die höheren Reparaturkosten und die Treibstoffkosten, so der Experte. Für Vielfahrer aber – das bezeugt der Taxifahrer – ist der drehmomentstarke Selbstzünder mit Reichweiten von über 1'000km pro Tankfüllung eine sehr angenehme Wahl.

Leichtbau, Leichtlauf, und die nützlichen Spar-Tricks

Wider dem Grössenwahn: der neue Peugeot 208 ist kleiner und leichter als sein Vorgänger.
Darüber hinaus übertrumpfen sich die die Hersteller gegenseitig auch mit anderen konstruktiven Optimierungen. Leichtbau macht jedes Gefährt verbrauchseffizienter (und agiler). Das gilt auch für die verbesserte Aerodynamik, besonders beim Fahrzeug-Unterboden.

Längere Übersetzungen sorgen für tiefere Drehzahlen und niedrigeren Verbrauch. Leichtlaufreifen rollen reibungsärmer und spritsparender. Zylinderabschaltung, automatische Motorabschaltung beim "Segel"-Betrieb und Start-Stopp-Systeme sorgen für Null-Verbrauch wo immer möglich. Diese Spar-Tricks wirken immer. Also zugreifen.
 

Spritsparer ist nicht gleich Geldsparen - noch

Noch ein Wort zum Geld: Spritsparen und Geldsparen sind zwei verschiedene Dinge, bestätigt der TCS-Experte: „Oft muss man für seine ökologische Grundhaltung mehr Geld investieren.“ Noch. Aber sicher ist: Die automobile Zukunft wird leichter, feiner, elektrischer - und bleibt spannend.