Die wichtigsten Tipps zum Reifenwechsel

Möchten Sie Ihre Reifen selber wechseln? In diesem Artikel erfahren Sie, welche Werkzeuge Sie dafür benötigen und wie man am besten vorgeht.

In unserem Übersichtsartikel zum Reifenwechsel finden Sie die wichtigsten Fakten zu den typischen Abnutzungserscheinungen und zum besten Zeitpunkt für den Reifenwechsel. Im Folgenden schauen wir uns den Eingriff konkret an.

Zuerst eine Warnung: Wenn Ihre Pneus noch nicht auf ein zweites Felgen-Set aufgezogen sind, dann können Sie den Reifenwechsel leider nicht selber vornehmen. Denn genau genommen wechseln wir nicht die Pneus, sondern die Räder. Um neue Reifen auf eine Felge zu montieren, braucht man ein spezielles Gerät, das eigentlich nur in Autogaragen oder bei Autobastlern vorhanden ist.

Vor dem Reifenwechsel sollten Sie sich zudem informieren, ob Ihre Räder ein direktes oder ein indirektes Reifendruckkontrollsystem (RDKS) haben. Bei einem direkten RDKS befinden sich spezielle Sensoren im Rad, welche ständig den Luftdruck messen. Diese müssen bei jedem Reifenwechsel kontrolliert werden – und das ist ebenfalls eine Sache für Profis. Bringen Sie Reifen mit einem direkten RDKS deshalb immer in die Garage für den Radwechsel.

Die wichtigsten Vorbereitungen für den Reifenwechsel zuhause

Zuerst sollten Sie sich einen guten Platz suchen. Achten Sie darauf, dass Ihr Auto auf einem geraden, festen Untergrund steht und dass Sie ungestört arbeiten können. Suchen Sie dann die wichtigsten Werkzeuge zusammen. Meist befinden sich diese bereits in Ihrem Auto. Die Ersatzpneus sollten Sie zu diesem Zeitpunkt auch parat haben.

Ganz essentiell ist der Kreuzschlüssel, der manchmal auch Wagenkreuz genannt wird: Diesen Schlüssel werden wir später benötigen, um die Radmuttern zu lösen. 

Das Rad loslösen können wir aber nur, wenn das Auto angehoben ist. Dafür brauchen wir einen Wagenheber. Diese gibt es in ganz verschiedenen Ausführungen. Wenn Sie den Reifenwechsel regelmässig selber machen, kann es sich lohnen, in einen guten Wagenheber zu investieren. Aber auch das Standardmodell, welches bei Ihrem Auto dabei ist, erfüllt seinen Zweck. 

Was Ihnen vielleicht noch fehlt, ist ein Drehmomentschlüssel. Dieser wird benötigt, um die Radmuttern mit dem richtigen Druck anzuziehen. Das ist äusserst wichtig, weil es bei nicht richtiger Montage zu Unfällen kommen kann. Ein solides Modell bekommen Sie bereits für weniger als 40 Franken im Baumarkt.

Suchen Sie zudem noch ein Stück Kreide oder einen Wachsmalstift. Und auch eine Bürste kann nicht schaden. Wofür wir das benötigen werden, erfahren Sie im nächsten Abschnitt.

Kurz und knapp: Die wichtigsten Vorbereitungen für den Reifenwechsel

  • Suchen Sie einen ruhigen Ort mit einem flachen, harten Untergrund
  • Legen Sie Kreuzschlüssel, Wagenheber, Drehmomentschlüssel, Kreide und Bürste bereit

Falls Sie noch nicht alles Material haben, können Sie übrigens auf Anibis die passenden Werkzeuge direkt von anderen Lesern kaufen. So finden Sie sicher einen guten Deal.

Eine genaue Anleitung zum Reifenwechsel

Die Vorbereitungen sind abgeschlossen, jetzt kommen wir zum spannenden Teil. Bevor Sie loslegen, sollten Sie bei Ihrem Auto den ersten Gang einlegen und die Handbremse anziehen. Nehmen Sie dann Ihren Kreuzschlüssel und lösen Sie die Radmuttern beim Rad an. Das heisst: Drehen Sie die Muttern ein bisschen, aber keinesfalls so fest, dass sich das Rad bereits löst.

Danach kommt der Wagenheber zum Einsatz. Aber wie funktioniert dieser genau? Häufig steht direkt auf dem Gerät, wie und wo man dieses ansetzen muss. Ansonsten finden Sie Details dazu in der Betriebsanleitung Ihres Fahrzeugs. Wuchten Sie das Auto hoch – ungefähr so, dass Ihr Rad eine Handbreite über dem Boden schwebt. Nehmen Sie jetzt Ihren Kreuzschlüssel und lösen Sie die Muttern ganz heraus, so dass Sie das Rad abnehmen können. Jetzt sollten Sie mit einer Bürste die Auflagefläche reinigen, damit das neue Rad dann auch wirklich gut sitzt. Nun stecken Sie das neue Rad an, setzen die Muttern wieder ein und ziehen diese leicht an. Senken Sie den Wagen nun ab, so dass er gerade den Boden berührt.
Zum Schluss kommt der Drehmomentschlüssel zum Einsatz: Im Bordhandbuch oder im Internet finden Sie die Angaben für den richtigen Drehmoment bei Ihrem Automodell. Das sind Zahlen, die angeben, wie fest Sie die Radmuttern anziehen müssen. Stellen Sie diesen Wert an Ihrem Drehmomentschlüssel ein und ziehen Sie damit die Muttern an, bis Sie ein lautes Knacken hören. Jetzt sitzen die neuen Reifen. Sie können Ihren Wagen jetzt wieder komplett absetzen. Aber unsere Arbeit ist damit noch nicht getan.

Diese Schritte sind nach dem Radwechsel noch nötig

Bevor Sie Ihre Räder einlagern, sollten Sie diese kennzeichnen. Dafür kommt die Kreide oder der Wachsmalstift zum Einsatz. Wenn Sie Ihre Reifen das nächste Mal wechseln, sollten Sie diese nämlich wieder an derselben Position montieren. Die Vorder- und Hinterräder werden nämlich unterschiedlich stark abgefahren und sollten deshalb wieder an dieselbe Achse wie zuvor. Schreiben Sie also auf jeden Pneu eine Abkürzung für die Position (zum Beispiel „VR“ für „vorne rechts“), an der Sie sich in einem halben Jahr orientieren können, wenn Sie die Reifen wieder wechseln.

Bevor Sie losfahren, müssen Sie jetzt noch den Luftdruck und die Profiltiefe Ihrer Reifen kontrollieren. Nach ungefähr 50 Kilometern Fahrt sollten Sie das wiederholen, damit auch wirklich alles hält. Zudem ist es ratsam, die Radmuttern zu diesem Zeitpunkt nochmals mit dem Drehmomentschlüssel nachzuziehen. Damit wäre der Reifenwechsel dann definitiv abgeschlossen. Wir gratulieren und wünschen sichere Fahrt! 

Diskutieren Sie mit