VW JETTA - Ex-Biedermann

Mit dem neuen Jetta scheint es VW zu gelingen, dem bisher biederen Stufenheck endlich Chic einzuhauchen.

VW Jetta 2011

Der VW Jetta ist kein Topseller. Nicht mal ein Dutzend Exemplare konnte die AMAG von der spöttisch Rucksack-Golf genannten Limousine 2010 absetzen. In den USA ist der Jetta seit Jahrzehnten ein Renner, doch hierzulande klebt ihm seit seinem ersten Erscheinen 1979 ein Biedermann-Image am Stufenheck.

VW Jetta Neuwagen
VW Jetta Occasionen

Alles ist anders – schon wieder

Das soll jetzt anders werden. Ein Vorsatz, den VW schon bei Jetta I und II, dem Vento-Jetta III, dem Bora-Jetta IV und dem seit 2005 laufenden Jetta V hatte. Doch das Vorhaben könnte dieses Mal tatsächlich gelingen, weil das Design endlich schnittiger aussieht. Optisch gefällt die kantige Front mit den schmalen Scheinwerfern auf Anhieb. Fast scheint ein kleiner Phaeton vor einem zu stehen, so elegant wirkt die neue coupéartige Dachlinie.

Der im mexikanischen Werk Puebla gebaute Jetta basiert auf Golf-Modulen. Mit jetzt 4,64 Metern Länge liegt er jedoch dichter beim etwas längeren Passat als beim deutlich kürzeren Golf. Bei einem Radstand von 2,65 Metern fühlen sich daher vor allem die Fondpassagiere besser untergebracht und erfreuen sich der Knie- und Kopffreiheit. Familientauglicher als im Golf fällt auch der Kofferraum aus: 510 zu 350 Liter.

Golf Plus

Das Cockpit besticht mit einem hohen Qualitätsstandard und intuitiver Bedienbarkeit. Reinsitzen, Startknopf drücken, alles passt sofort. Der 1.2 TSI (105 PS) schnurrt leise los, lässt einen aber beim Losfahren etwas im Schilf stehen. In Fahrt hängt der Direkteinspritzer dann aber schön am Gas. Die Lenkung überzeugt mit guter Rückmeldung, die straffe Dämpfer-Abstimmung sorgt für Bodenhaftung bei gutem Komfort.

Laut AMAG soll der 1.2 TSI den Hauptteil der Verkäufe ausmachen – man rechnet wieder mit Hunderter-Stückzahlen. Preislich startet der kleine TSI bei knapp 30 000 Franken. Zum Vergleich: Ein Golf gleicher Stärke ist 1‘000 Franken günstiger, ein Passat rund 6‘500 Franken teurer. Damit kommt der Jetta dem grossen Bruder nicht zu nahe, wird aber zur passablen Golf-Alternative.

Fazit:

Von wegen Rentner-Limousine! Der VW Jetta emanzipiert sich deutlich von seinen Vorgängern. Und endlich auch vom Golf, zu dem er preislich eine echte Alternative darstellt. Mit effizienten und sparsamen Motoren, teils mit Start-Stopp-Automatik, ist er hier auf der Höhe der Zeit.

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