VW PASSAT - Frischer Wind fürs Erfolgsmodell

Der VW Passat ist das erfolgreichste Mittelklasse-Modell der Welt. In den 1970ern startet der Wolfsburger seinen Siegeszug. Dank des üppigen Facelifts wird auch der neue Passat auf Erfolgskurs bleiben.

Zahlen zum VW Passat

  • Motor: 1,5-Liter Benziner (150 PS); 2,0-Liter Benziner  (190 PS, 272 PS); 2,0-Liter Diesel (150 PS, 190 PS, 240 PS); 1,4-Liter TSI Plug-in-Hybrid (218 PS) 

  • Antrieb: Front- und Allradantrieb

  • Getriebe: 6-Gang-Handschaltung, 7-Gang-Doppelkupllungsgetriebe

  • Fahrleistung: 0 – 100 km/h 6,3 s – 10,8 s; Spitze 199 bis 250 km/h

  • Masse: Gewicht 1735 kg, Kofferraum 639 – 1769 Liter

  • Verbrauch: 4,1 – 7,1 l auf 100 km (je nach Motor-Getriebe-Variante und Ausstattung)

  • Basispreis: ab 38’700 Franken

  • Konkurrenten: Mercedes-Benz C-Klasse T-Modell, Skoda Super Kombi, Peugeot 508 SW, Opel Insignia, Ford Mondeo, Mazda 6, Renault Talisman Kombi

  • Stand: 26. Juli 2019

30 Millionen Passats weltweit

1973 stellte Volkswagen den ersten Passat vor – und sein Erfolg ist ungebrochen. Jeder vierte verkaufte Mittelklasse-Kombi in Europa ist ein Passat Variant, und bei den Stufenheck-Limousinen liegt sogar nur die Mercedes C-Klasse vor dem Wolfsburger. Bereits im Frühling rollte der 30. Millionste Passat vom Fliessband – Rekord!

Kleine Retuschen in der Optik

Zur Halbzeit der 8. Generation haben die Wolfsburger den Passat zünftig aufgefrischt. Zwar halten sich die optischen Veränderungen an der Karosserie in Grenzen. Das zeitlose Design soll eben auch zeitlos bleiben. Kleinere Retuschen wie überarbeitet Scheinwerfer, einen etwas breiteren Kühlergrill und einen neuen Stossfänger sind auch schon alles. Beim Plug-in-Hybridmodell (GTE) kommt noch ein etwas eckiger gestaltetes Tagfahrlicht in C-Form hinzu.

Platz in Hülle und Fülle

Auch im Innern hat sich nicht allzu viel verändert. Platz ist genug für alle da – sowohl vorne als auch hinten. Auffälligste Änderung ist der Entfall der Analoguhr oberhalb der Mittelkonsole. Hier findet sich nun einen Passat-Schriftzug sowie der Schalter für die Warnblinkanlage. Wie bisher gibt es diverse Multimediasysteme mit einem bis zu 9,2 Zoll grossen Touchscreen und neue virtuelle Instrumente. Der Kofferraum sfasst 639 bis 1769 Liter. Besonders angenehm ist die tiefe Ladekante. Auf Wunsch gibt es AGR-Sitze, die besonders komfortabel sind. Neu ist, dass der Passat auf Wunsch komplett vernetzt und permanent online ist.

Always on

Zur neuen Multimedia-Erweiterung gehört der neue, serienmässige Online-Dienst «We Connect» Mit ihm lässt sich der Wagen zum Beispiel per Smartphone öffnen und schliessen; Parkscheine werden direkt über den Bildschirm im Auto gekauft. Via App kann man anderen Fahrern das Auto überlassen ohne den Auto-Schlüssel zu übergeben. Auch Lieferdienste haben auf diese Weise Zutritt zum Kofferraum, um Pakete abzulegen.

Ein Heer an Assistenten

Ein absolutes Novum bietet das Lenkrad. Es ist erstmals kapazitiv ausgeführt, registriert so die Berührung durch den Fahrer und bildet eine interaktive Schnittstelle zu Fahrassistenzsystemen, wie der brandneuen, weiterentwickelten adaptiven Geschwindigkeitskontrolle «Travel Assist» und dem «Emergency Steering Assist». Das System kann via Bremseingriff die Sicherheit bei Ausweichmanövern erhöhen. Verbessert wurde durch eine neue Multifunktionskamera zudem die Spurführung des «Lane Assist». Alle Assistenzsysteme fasst VW neu unter dem Begriff «IQ.DRIVE» zusammen und ermöglichen ein teilautomatisiertes Fahren von 0 bis 210 km/h.

Für jeden Geschmack den passenden Antrieb

Weiterentwickelt wurde auch das Antriebsspektrum. Alle verfügbaren TSI- und TDI-Motoren erfüllen die Abgasnorm Euro 6d-Temp. Highlight ist der neue 2.0 TDI Evo – ein hocheffizienter Dieselmotor mit 150 PS. In der Schweiz wird der neue Antrieb, aber erst im kommenden Jahr erhältlich sein. Bereits ab Markteinführung im September stehen drei Benziner mit 150 PS, 190 PS und 272 PS, sowie drei Dieselantriebe mit 120 PS, 190 PS und 240 PS.

Elektrische Reichweite erhöht

Neben den Frontantriebsversionen wird es auch wieder Allradvarianten (4Motion) geben. Als Alternative zum 6-Gang-Schaltgetriebe bietet VW für alle Motoren ein 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe. Die grösste Aufwertung erfährt der Passat GTE. Das Plug-In-Hybridmodell mit einer Systemleistung von 218 PS hat nun eine elektrische Reichweit von 55 km nach WLTP. Den Passat gibt es auch wieder als Alltrack-Version. Drei Ausstattungsvarianten stehen zur Auswahl: Basic, Business, Elegance. Die beiden letzteren gibt es auch mit R-Line-Paket.

Über den Dingen schweben

Bei einer ersten Ausfahrt mit dem neuen Passat sind vor allem die Updates am neuen DCC-Fahrwerk ein Genuss. Bekannt ist das System bereits aus dem Arteon, doch die Ingenieure bei VW haben fleissig daran gearbeitet, damit der Fahrer das System noch individueller einstellen kann. Wer es mag, kann das DCC gar so einstellen, dass man gefühlt über den Asphalt schwebt.

Von gemütlich bis sportlich

Eine überzeugende Performance lieferten auch die getesteten Motoren ab. Der 190 PS starken 2.0 TDI liefert drehmomentstark (400 Nm) wie unaufdringlich seine Arbeit ab. Sein Benziner-Pendant tut es ihm gleich, bietet aber noch ein bisschen mehr Sportlichkeit. Der Plug-in-Hybrid mit seinen 55 km elektrischer Reichweite bietet dank ausgefeilter Technik drei Fahrmodi: E-Mode, GTE und Hybrid. Im Hybrid-Modus kann der Fahrer zudem zwischen Battery Hold und Battery Charge wählen. Geladen wird die Lithium-Ionen-Batterie des GTE entweder an einer Schnellladestation mit 360 Volt innerhalb von guten viereinhalb Stunden, an einer konventionellen Steckdose dauert der Ladevorgang fünfeinhalb Stunden.

Das hat uns gefallen

Der VW Passat ist die Allzweckwaffe der Wolfsburger. Er kann alles, muss aber nicht. Ob Flottenfahrzeug, Familienkutsche, Businessmodell oder Geländewagen – dank Allradantrieb und Alltrack-Version. Mit dem Update hat es VW geschafft ihren Dauerläufer noch besser zu machen.

Das hat uns weniger gefallen

Zugegeben der VW Passat ist und wird es wohl auch nie sein – eine Designikone. Aber nichts geht über äusserst gut gepflegte Langeweile. Kritik gibt es nur am Entfall der Analgouhr auf dem Armaturenbrett und der damit verbundenen lieblos gestalteten Lösung mit dem Schriftzug.

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Bildergalerie VW Passat

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